„Fastenzeit – und ich faste ausgerechnet… Bücher.
Während Hektor mit gletscherblauen Augen provozierend schnurrt
und der Feuerlöscher griffbereit neben dem Bett liegt, bricht um mich herum die totale Buchversuchung aus.
Ob ich standhaft bleibe oder moralisch fragwürdig in die Hintertür „Ausleihen ist nicht Kaufen“ flüchte?
Sagen wir so: Mein SUB zittert. Und ich gleich mit.“
Geneigte Lesende!
Wenn ich nicht wüsste, dass ich einen an der Klatsche habe, würde ich spätestens JETZT feststellen, dass ich komplett irre bin. Dass dem so ist, beweist meine Vereinbarung mit Hekto, seines Zeichens mein persönlicher, mich verführender Lesedrache!
Ich habe keine Ahnung, wie ich auf die bekloppte Idee kommen konnte, ihm mit dem Feuerlöscher zu drohen, als wäre ich Grisu, der kleine Drache! Sollte Hektor mich also permanent dazu animieren, mir neue Buchschätze zu kaufen, dann heißt es: Feuerlöscher!
Manchmal verstehe ich mich selbst nicht mehr! Auf Süßes, Kuchen oder Chips zu verzichten, ist ja noch nachvollziehbar. Doch wie ich auf den irrwitzigen Einfall kommen kann, auf den Neukauf von Büchern zu verzichten, ist bar jeglicher Vernunft.
Ja, ich weiß, ich weiß, ich habe mich vor zwei oder drei Wochen über die Vollbäder ausgelassen, welche ich mir aus meinem Stapel ungelesener Bücher einlaufen lassen könnte *KLICK zu Bücherflut – Wer schwimmt noch, oder ertrinkt schon?* Aber muss ich deswegen gleich derart austicken? Keine neuen Bücher zur Fastenzeit kaufen? HALLO???
Ich krieg hier bereits die Krise!
Derweil ist gerade mal ein Tag vergangen, seit der Abmachung mit Hektor. Wie konnte ich nur! *headdesk* Allerdings muss ich sagen, dass sich Hektor ziemlich zurück hält und nur ab und an mit seinem mit Stacheln bewehrtem Schwanz zum ein- oder anderen Buch „winkt“. Das kann ich gerade noch so ohne Feuerlöschergedanken ertragen!
Doch genau wie ich vermutet habe, kommen plötzlich von überall Bücher auf mich zu. Sie überrennen mich regelrecht! Im Supermarkt. In meinen Mails. In der Timeline. Auf dem Reader. ÜBERALL. Um mich herum NIX WIE NEUE Bücher, Bücher, Bücher. NIX WIE Versuchung, Versuchung, Versuchung!
Währenddessen blickt mich Hektor relaxt aus gletscherblauen Augen vielsagend an und schnurrt übersüß: „Na meine kleine Ka, wie man sieht, hättest du dir die Sache mit dem Feuerlöscher sparen können! Erst einen auf dicke Hose machen und nun sieht es aus, als würdest du beim nächsten Buchwink schwach werden und das ganz ohne mein Zutun.“
Schmollend ziehe ich einen Flunsch. „Was lernst du daraus?“, stichelt Hektor ungeniert weiter.
„Was ich daraus lerne? Dass ich einen an der Klatsche habe, das lerne ich daraus! Und dass Bücher zu meinen größten Versuchungen zählen. Mal abgesehen von den darin lebenden Charakteren!“, füge ich mit einem kleinen Schmunzeln hinzu. Mit einem breiten Grinsen, das seine langen Beißerchen freilegt, rückt er näher an mich heran und säuselt, während kleine Rauchwölkchen aus seinen Nasenlöchern steigen: „ … dann ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis du schwach wirst!“ Prompt pustet er mir mit einem Lachen eine Portion Rauch ins Gesicht.
Hektisch wedle ich den Qualm weg und erwidere erbost:
„Nein! Ich werde mich weiterhin verfluchen, überhaupt auf diese bescheuerte Schnapsidee gekommen zu sein. Außerdem wird der Feuerlöscher darüber hinaus mit mir ins Bett gehen, damit du in der Nacht nicht auf dumme Gedanken kommst. Jetzt wo offensichtlich ist, dass ich mich bereits jetzt schon wieder ins Büchershoppen stürzen möchte. Ich traue dir glatt zu, dass du deine Gestalt wandelst. Dich neben mich ins Bett kuschelst um mir im Traum Wörter wie: ‚Neuveröffentlichung. Dein Lieblingsautor hat ein neues Buch herausgebracht! Oder: Liebste Ka, es gibt einen Highlander, den du noch nicht kennst!‘, ins Ohr zu flüstern. No way, Hektor!“

Wenn du eigentlich buchfasten willst, aber Hektor, Bücher und Versuchung sich gegen dich verschwören, dann bleibt nur der Feuerlöscher.
Am Ende meiner Rede ist es nun an Hektor einen Flunsch zu ziehen: „Du gehst echt mit dem Feuerlöscher ins Bett? Boah, Ka! Für so fies hätte ich dich nicht gehalten.“
„Was heißt hier fies, mein aller aller liebster Hektor. Ich bin nur auf dein und mein Wohl bedacht“, mit einem frechen Lachen, bücke ich mich kurzerhand und ziehe Hektor am Schwanz. „Der Februar und März sind noch verdammt lang und es werden noch gefühlt tausende Buchversuchungen auf mich zukommen, denen ich mich verweigern werde. Hoffentlich …“, stoße ich mit einem kerkertiefen Seufzer hervor.
In diesem Sinne,
Ka
Während ich mir innerlich einen Magenschuber ob dieser absurden Idee verpasse, schmiedet SUBsi-Lou einen Plan, wie sie diesem Nicht-Buch-Kauf-Wahnsinn entgegen wirken kann, schließlich ist ihr (MEIN!) SUB in Gefahr. Ist sie nicht ein kleines Miststück?
Apropos Miststück! *hüstelt vor sich hin* Ja, ich meine MICH! Aber hey, mir hat sich eine geniale Hintertür offenbart: Dafür müsste ich die „ausgeliehenen“ e-Books nach einer gewissen Ausleihmenge zwar wieder zurück geben, aber hey, immerhin hätte ich NEUE BÜCHER!!! Und Ausleihen ist nicht Kaufen, oder? ODER?! Ich meine, moralisch gesehen. Rein technisch. Juristisch. Fastenrechtlich. *lacht mit irrem blick und brabbelt was von wegen dem bücherwahnsinn verfallen vor sich hin*

Bild „Bücherdrache und Feuerlöscher“: Erstellt mit Hilfe einer KI