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Du bist nicht mehr da und doch bist du überall …

  • 11. Januar 2020

Geneigte Leserinnen und Leser.

„Du bist nicht mehr da und doch bist du überall. Das haben Engel so an sich.“

Mit diesen Worten habe ich mich von Christiane aka Jane Christo/Christine Thomas verabschiedet und eine Kerze für sie angezündet. Sie brennt nicht nur online, sondern auch real bei mir zu Hause. Denn JC ist am 25.12.2019 eingeschlafen. Der Krebs hat einen weiteren Menschen aus dem Leben gerissen und als ich die Traueranzeige las, war dieses Gefühl … ich kann es nicht ausdrücken. Jeder da draußen der einen Freund verloren hat weiß, welchen Emotionen man in solch einem Moment ausgesetzt ist.

Nun sitze ich hier und es fällt mir schwer etwas zu schreiben, trotzdem ist es mir ein Bedürfnis. Denn Himmel, mit ihr ist ein Mensch gegangen der mir ans Herz gewachsen ist. Ich habe mir, wenn wir miteinander telefoniert, schwadroniert, geschnattert und gelacht haben oft gewünscht, Christiane würde um die Ecke wohnen, damit ich sie nicht nur virtuell, sondern real ordentlich drücken oder mit Kuchen oder Keksen verwöhnen hätte können. Unsere Freundschaft bestand trotz einer Distanz von hunderten Kilometern und hat sich selbst über diese Entfernung hin entwickelt. JC war ein toller Mensch, sie hat gewirkt. Sowohl in ihren Büchern, als auch auf die Menschen, die sie in ihren Kreis aufgenommen hatte.

Damals, als JC noch für den SiebenVerlag arbeitete, begann meine Leidenschaft für ihre Bücher. OMG! Was steckt Leben, Herzblut, Humor, der durchaus auch ziemlich schwarz ist 😉 Freude, Liebe in ihnen. Ich werde wohl nie Christianes Protagonisten wie zum Beispiel Blanche, Beliar, Trudi, Matteo, Skyler oder Avery vergessen! Wie könnte ich auch, denn Trudi und Avery waren sogar bereit Interviews mit mir zu führen ^_^ was für Christianes Humor spricht! Stets habe ich nach dem Genuss ihrer Geschichten gedacht, wie sehr man doch merkt, mit welcher Leidenschaft und Hingabe sie geschrieben sind.

Etwas später, als JC für den cbt-Verlag und als Self-Publisher arbeitete, durfte ich ihre Bücher vorab lesen. Sie meinte, ich sei ihre emotionale Stimmgabel. Es war mir eine große Freude und Ehre Christianes Stimmgabel gewesen zu sein und eins ist klar! Es ging nie darum, ihr nach dem Beta-Lesen Honig um den Mund zu schmieren, sondern ihre Manuskripte offen und ehrlich zu beurteilen. Und das war etwas, für das JC offen war: Ehrlichkeit oder auch eine andere Sichtweise auf ihre Geschichten. Eine Eigenschaft, mit der manche Menschen nicht umgehen können. Sie konnte es, auch im Bezug auf ihr kreatives Schaffen.

Ich habe ihren Geschichten entgegen gefiebert, weil Christiane die Gabe hatte, mich in der Realität abzuholen und mit hinein zu nehmen in ihre fiktive Welt. Ihre Bücher, die Art wie sie geschrieben hat, ist immer bei mir angekommen. Schon seltsam; mit manchen Büchern geht man als Leser so etwas wie eine Symbiose ein. JCs gehören dazu. Als ich den dritten Teil ihrer Sternen-Reihe las war es für mich, als würde sich ein Kreis schließen. Denn die Sternen-Reihe waren die ersten Geschichten die sie geschrieben und bis vor ein paar Monaten, nicht veröffentlicht hatte. Mit ihnen hat sie ihr schriftstellerisches Schaffen begonnen und mit ihnen hat es geendet.

Liebe Christiane,
du bist nicht mehr da und doch bist du überall. Das haben Engel so an sich. Und hey, das wird immer so sein, denn du hast den Menschen etwas hinterlassen: Worte. Worte, auf die wir immer und immer wieder zurückgreifen können. Mit dir ist ein lieber, positiver, kreativer Mensch gegangen, der voller Kraft war. Nun hast du eine Reise angetreten, mit der du uns einen Schritt voraus bist. Wer weiß, vielleicht werden wir uns am Ende des eingeschlagenen Weges treffen. Eins ist klar JC, es war verdammt schön, dass ich dich kennen lernen und einen Teil deines Weges begleiten durfte.

Deine lila Ka