Blog Kas Tatsachenbericht

Diskrepanz und bröselige Pressspanplatte

  • 12. Januar 2018

Geneigte Leserinnen und Leser,

ich habe in den letzten Jahren einiges an Rezensionen geschrieben, laut Amazon 663. Doch da ich nicht alle Rezensionen die ich geschrieben, auch beim großen A veröffentlich habe, bleibt eine „Dunkelziffer“ nach oben übrig. Ist Euch aufgefallen, dass es eine Diskrepanz zwischen meinen gekauften Büchern und meinen rezensierten Büchern gibt? Das kommt daher, dass ich nicht alle Bücher rezensiere, die ich auch lese! Im Grunde rezensiere ich sogar eine Menge Bücher nicht! Dafür gibt´s mehrere Gründe:

Einer davon ist der Zeitfaktor. Ich schüttle eine Rezension nicht mal schnullibulli aus dem Ärmel. Schließlich möchte ich dem, was ich gelesen habe gerecht werden. Außerdem habe ich die Angewohnheit oft zu Papier und Bleistift zu greifen, um die Buchbesprechung erstmal auf diese Art niederzuschreiben, bevor ich sie am Rechner eintippe. Zudem gehöre ich zu der Kategorie „Rezensent“, der etwas mehr schreibt als ein paar Sätze. Der eine mag’s mögen, der andere nicht. Ich mag’s!

Ein zweiter Faktor ist die Tatsache, dass ich im Laufe der Jahre darauf verzichtet habe, negative Rezensionen zu schreiben. Was jetzt nicht heißt, dass alle Bücher, die ich nicht rezensiert habe mies sind!!!! Nicht dass das jemand in den falschen Hals bekommt! 😀 Warum also? Ganz einfach: Zum einen, habe ich keinen Bock, mich von Fans eines Autoren, dessen Buch ich kritisiere, in den Boden stampfen zu lassen. Da ist mir meine persönliche Unversehrtheit wesentlich wichtiger! Zum anderen macht es mir schlicht mehr Spaß, eine positive Rezension zu schreiben. Okay, manchmal geht der Gaul mit mir durch, dann ist mir alles egal und ich schreibe auch eine 1-2-Sterne-Rezension! *hottehüh*

Es gibt aber noch einen Faktor, der etwas für den für mich persönlichen Wert eines Buches zu tun hat. Manche Bücher sind es – so leid es mir tut dies zu sagen – nicht wert, rezensiert zu werden. Wallt in mir also das Gefühl auf, dass es eine Schandtat ist, so ein Geschreibsel auf wertvolles Papier gebracht zu haben, investiere ich keine Zeit auf eine Rezension. Ich muss allerdings gestehen, dass ich innerlich durchaus dazu neige, solche „Werke“ in der Luft zu zerreißen, mit wohldosierten Worten.

Seht mir mein äußeres Erscheinungsbild nach!
Doch ich war eine Runde im Regen, darum ist jetzt meine Dauerwelle  im ArsXX!

Doch irgendwie tut mir dann der Mensch hinter dem Buch, der sich die Mühe gemacht hat, sich etwas von der Seele zu schreiben, leid. Denn ihm hat es scheinbar gefallen, was er geschrieben hat, sonst hätte er es nicht geschrieben! (Hätte. Hätte. Fahrradkette! *miep*) Auch wenn es durchaus vorkommt, dass ich das Gefühl habe, dass manch einer an Selbstüberschätzung leidet. Darum lasse ich es … meistens. Nicht immer, aber meistens. Klar kann es vor lauter innerlichem Zerriß durchaus vorkommen, dass meine Stirn irgendwann auf der Schreibtischplatte landet, oder ich vor Frustration in die Tischplatte beiße. Okay, bröselige Pressspanplatte ist nicht wirklich ein Genuss, aber mit ein wenig Milchkaffee, kann man selbst die runterspülen. (VERDAMMT! Immerzu will ich „spülen“ mit „h“ schreiben! Ich krieg noch die Krise! Schreibt man “Krise” jetzt mit oder ohne „ie“ :3 )

Das war`s von mir. Ich gehe jetzt und tu was gegen das Kratzen der Sägespäne in meinem Hals. In diesem Sinne,

Ka