„Wenn auf einem eisigen Schlachtfeld plötzlich Harpyien verstummen, Drachen schweigen und eine kleine Gestalt mit gletscherblauen Büscheln auftaucht, kann das nur eines bedeuten: Der Krieg hat ein Problem. Oder besser gesagt: Ich habe eine winzige Minigeschichte aus dem Archiv gezogen — absurd, nordisch, ein bisschen bekloppt und mit sehr viel Herz.“
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Geneigte Lesende,
als die „Nimmerherz“-Saga von Erik Kellen ihren Platz in meinem —> Serienregal bekommen hat, musste ich prompt daran denken, dass mich diese lesenswerte Fantasysaga damals, um genauer zu sein vor ungefähr 9 Jahren, zu einer klitzekleinen Minigeschichte inspiriert hatte: „Die Schlacht von Ka“. Oder sagen wir: Ich habe sie ersonnen, ersponnen, zusammenfantasiert — what ever. *grinst breit*
Wer sie noch nicht kennt: Ich konnte nicht widerstehen und musste sie wieder hervorholen. Denn nicht nur das Schreiben hatte mir damals verdammt viel Spaß gemacht, auch beim erneuten Lesen fand ich sie immer noch irgendwie niedlich und komlett chaotisch-überzogen. Darum wünsche ich euch viel Spaß damit. Ach ja, sollte ich jemals irgendetwas veröffentlichen — abgesehen von den Schreibsachen hier auf meinem Blog — wäre „Lila Wege“ mein bevorzugter Name. Übrigens: Zu einer klitzekleinen Minigeschichte gehört natürlich auch ein klitzekleines Cover … *höhöhö*
Lasset die Schlacht beginnen …

Das zornige Brüllen der Harpyen und das grollende Donnern der Drachen hallte laut über das Tosen der Schlacht, als sich wie aus heiterem Himmel eine unwirkliche Stille über das Kampfgetümmel zu legen begann. Eine Stille, die von einem Punkt am Rande des Schlachtfeldes ihren Anfang nahm und sich wie eine Woge ausbreitete. Alles stand still. Selbst die Zeit schien den Atem anzuhalten. Die Schreie der Krieger verstummten, das Klirren aufeinanderprallender Schwerter nahm ab, und das Blatt einer Streitaxt, das sich eben noch in die Schulter eines Abtrünnigen bohren wollte, geriet — kurz bevor es Fleisch, Muskeln und Knochen durchtrennen konnte — ins Stocken. Sogar die Harpyen und die über dem Feld kreisenden Drachen verfielen in tiefes Schweigen! Nur der Schnee fiel leise weiter vom Himmel und ließ sich von der kleinen Gestalt, die für den nordischen Winter viel zu leicht bekleidet war, nicht beirren.
Todestille hatte sich ausgebreitet. Alle Bewegungen waren in diesem einen Moment eingefroren, was die weibliche Gestalt noch kurioser erscheinen ließ. Der unanständig kurz gehaltene Kilt, der in den Farben des Winters gehalten war und kaum ihren Po bedeckte, bewegte sich ruckartig zu den tanzenden, springenden Bewegungen, die sie mit einer Art Sprechgesang begleitete. Dabei schwang sie zwei ungewöhnliche, gletscherblaue Büschel hin und her. Sie erinnerten entfernt an dicke Bündel aus Steppengras. Blaue Stiefel, ein knapper blauer Überwurf und eine Kappe in derselben Farbe, die sie tief über die Ohren gezogen hatte, waren das einzige Zugeständnis an die eisige Kälte.
Während ihre blonden Zöpfe, die aus ihrer Kopfbedeckung lugten, fröhlich mit ihr auf und ab hüpften, sang sie — nun, es war wohl eher ein Schreien, das dem der Harpyen gleichkam — aus Leibeskräften immer wieder: „Gebt mir ein H! Gebt mir ein U! Gebt mir ein M! Gebt mir ein O! Gebt mir ein R! Gebt mir HUMOR! Vor. Vor. Vor HUMOR! Vor. Vor. Mehr Humor!“ Je mehr sie herumwirbelte und diese Worte über das Schlachtfeld rief, desto mehr erwachten die Krieger aus ihrer Starre. Bewegung setzte ein. Währenddessen fuhr das Wesen mit dem, was es tat, fort und setzte zu einem hohen Sprung an. Doch sie verlor auf dem festgestampften Schnee unter ihren Füßen den Halt. Ihre Beine rutschten unter ihr weg, und in einem Gewirr aus Zöpfen, Büscheln und um sich zappelnden Beinen und Armen landete sie auf ihrem Hintern, immer noch ein lautes „Humor!!!“ auf den Lippen.
Erst vernahm man es nur zaghaft, schließlich herrschte Krieg, und Krieg vertrug keinen Humor. Trotzdem wurde es lauter und lauter und verbreitete sich wie ein wilder Bienenschwarm von einem Kämpfer zum anderen. Es schwoll an zu einem Meer aus Lachen! Das Wesen jedoch rappelte sich auf und schob sich die Kappe, die ihr über die Stirn ins Gesicht gerutscht war, mit einem breiten Grinsen nach oben.
Der Humor hatte gesiegt, und noch Jahre später sollten die Skalden darüber berichten, über „Die Schlacht von Ka“ …

© Copyright „Die Schlacht von Ka“ by Ka, Meine tägliche Dosis, Januar 2017. Alle Rechte (und Lila Wege :D) vorbehalten.
Bildquelle „Cover: Die Schlacht von Ka“: Erstellt von Ka mit Hilfe einer KI und Photoshop.