Blog Kas Tatsachenbericht

Die Schlacht von Ka

  • 30. Januar 2022

Geneigte Leserinnen und Leser,

etwas Positives an fb ist, dass es ähnlich wie ein Reminder funktioniert und mich Tag für Tag erinnert, was ich in der Vergangenheit auf fb gepostet habe. Nun „erzählte“ mir fb, dass mir vor fünf Jahren, durch Inspiration von Erik Kellen (Klick), die Minigeschichte „Die Schlacht von Ka“ eingefallen war! *ggg*

Wer sie noch nicht kennt, ich konnte nicht widerstehen und sie hervor holen, denn nicht nur das Schreiben hatte mir damals Spaß bemacht, sie jetzt wieder zu lesen, fand ich immer noch niedlich, darum wünsche ich Euch viel Spaß damit. Ach ja, sollte ich jemals irgendetwas veröffentlichen – abgesehen von Schreibsachen hier auf meinem Blog, wäre „Lila Wege“ mein bevorzugter Name. Übrigens zu einer klitzekleinen Minigeschichte, gehört auch ein klitzekleines Cover … 😀

Die Schlacht von Ka

Das zornige Brüllen der Harpyen hallte laut über den Schlachtlärm, als sich wie aus heiterem Himmel, eine unwirkliche Stille über das Kampfgetümmel zu legen begann. Eine Stille, die von einem Punkt am Rande des Schlachtfeldes ihren Anfang nahm und sich wie eine Woge ausbreitete. Alles stand still. Selbst die Zeit schien den Atem an zu halten. Die Schreie der Krieger verstummten, das Klirren aufeinander prallender Schwerter nahm ab und das Blatt einer Streitaxt, das sich eben noch in die Schulter eines Abtrünnigen bohren wollte, geriet – kurz bevor es Fleisch, Muskeln und Knochen durchtrennen konnte – ins Stocken. Sogar die Harpyen verfielen in tiefes Schweigen! Nur der Schnee fiel leise weiter von Himmel und ließ sich von der kleinen Gestalt, die für den nordischen Winter viel zu leicht bekleidet war, nicht beirren.

Todestille hatte sich ausgebreitet, alle Bewegungen waren im Moment eingefroren, was die weibliche Gestalt noch  kurioser erscheinen ließ. Der unanständig kurz gehaltene Kilt der in den Farben des Winters gehalten war und kaum ihren Po bedeckte, bewegte sich ruckartig zu den tanzenden, springenden Bewegungen, die sie mit einer Art Sprechgesang begleitete. Dabei schwang sie zwei ungewöhnliche, gletscherblaue Büschel hin und her. Sie erinnerten fern an dicke Bündel aus Gras. Blaue Stiefel, ein knapper blauer Überwurf und eine Kappe in der selben Farbe, die sie tief über die Ohren gezogen hatte, waren einziges Zugeständnis an die eisige Kälte.

Während ihre blonden Zöpfe, die aus ihrer Kopfbedeckung lugten, fröhlich mit ihr auf und ab hüpften, sang sie, nun, es war wohl eher ein Schreien, das dem der Harpyen gleich kam, aus Leibeskräften immer wieder: „Gebt mir ein H! Gebt mir ein U! Gebt mir ein M! Gebt mir ein O! Gebt mir ein R! Gebt mir HUMOR! Vor. Vor. Vor HUMOR! Vor. Vor. Mehr Humor!“ Je mehr sie herumwirbelte und diese Worte über das Schlachtfeld rief, desto mehr erwachten die Krieger aus ihrer Starre. Bewegung setzte ein. Währenddessen fuhr das Wesen mit dem, was sie tat fort und setzte zu einem hohen Sprung an. Doch sie verlor auf dem festgestampften Schnee unter ihren Füßen den Halt. Ihre Beine rutschten unter ihr weg und in einem Gewirr aus Zöpfen, Büscheln und um sich zappelnder Beinen und Armen, landete sie auf ihrem Hintern, immer noch ein lautes „Humor!!!“, auf den Lippen.

Erst vernahm man es nur zaghaft, schließlich herrschte Krieg und Krieg vertrug keinen Humor. Trotzdem wurde es lauter und lauter und verbreitete sich wie ein wilder Bienenschwarm von einem Kämpfer zum anderen aus. Es schwoll an zu einem Meer aus Lachen!  Das Wesen jedoch, rappelte sich auf und schob sich die Kappe, die ihr über die Stirn ins Gesicht gerutscht war, mit einem breiten Grinsen nach oben.

Der Humor hatte gesiegt und noch Jahre später, sollten die Skalden darüber berichten, über „Die Schlacht von Ka“ …

Die Schlacht von Ka

In diesem Sinne …

Ka

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