Blog Kas Tatsachenbericht

Dark, dominant – aber ohne Gefühle? Mein Problem mit Emotionslegasthenikern

  • 22. November 2025

Ich habe mich mal „kritisch“ an einen bestimmten Typ
männlicher Protagonisten gewagt – animalisch, dominant, so richtig Dark.

Und ja … manchmal treiben sie mich auf die Palme. DEFINITIV!

 

Geneigte Lesende!

Es gibt da einen bestimmten Typ männlicher Protagonisten, der mich … hmmm, wie soll ich sagen … regelmäßig die Palme hochjagt. Ja, ich gestehe: Ich mag Kerle in Geschichten durchaus auch mal strotzend animalisch. Mächtig Alpha-Männchen-mäßig! :3 Diese Sorte, die knallhart rüberkommt und für ihre Lieben alles tun würde, weil sie so tief lieben.

ABER: Wenn mir das Wort animalisch als Attribut für jede Bewegung, jedes Geräusch, jedes Knurren, jeden Blick und natürlich auch für jede erotische Szene in Dauerschleife vor den Latz geknallt wird, geht mir irgendwann der Hut hoch. Animalischer Gang. Animalisches Knurren. Animalisches Lippenverziehen. Animalisches Blicken. Animalisch. Animalisch. Animalisch …

Warum kommen Geschichten, in denen der Held sich so dermaßen animalisch aufführt, die weibliche Hauptfigur erschreckend unterdrückt und schlecht behandelt (vor allem im Schlafzimmer), eigentlich so gut an?
Ja, ich weiß, Lesegeschmäcker sind verschieden und jeder darf mögen, was er möchte. Aber nur weil andere jubeln, muss ich das nicht auch tun. 😉 Ich habe schlicht ein Problem mit Protagonisten, die ihre Partnerinnen mies behandeln – und bei denen mir als Leserin dann weisgemacht werden soll, dass die Frau das „Ach so toll“ findet. Dieses „Ach so toll“ kommt bei mir nicht an! Nada. Niente.
Darum: Nicht mein Ding! Allen anderen scheint es zu gefallen. Muss ich mir Sorgen machen? *sich an der strin kratzt*

Bei mir ist – sobald eine weibliche Figur wie Dreck behandelt wird – Schicht im Schacht! Und ich bin wirklich nicht zartbesaitet, dafür ich habe schon viel zu viel gelesen. Aber so etwas? Nein, danke. Ich möchte nicht lesen, wie ein Typ sich ohne Rücksicht auf Verluste in sie rammt und es ihr angeblich trotzdem gefällt, dass er seine Monsterlänge brutal in ihr versenkt, ohne Rücksicht auf ihr Wohl, ihre Gefühle oder auch nur das leiseste Vorspiel oder Anzeichen von Respekt, Hingabe. Hauptsache ER macht, was ER will.

Sich wie ein emotionaler Krüppel aufführen, darin sind manche dieser Helden wahre Meister. Wäre es wenigstens glaubhaft dargestellt, dass es ihr wirklich super-duper-prächtig gefällt – bitte, kein Thema! Aber daran hapert’s oft gewaltig.

*ironiemodus ein*
Aber hey! Warum sollte er sich auch um IHR Wohlergehen kümmern?
Schließlich ist er ja so ein heißer, animalischer Hengst, der weiß, was ER will.

*ironiemodus aus*

Dark, dominant – aber ohne Gefühle? Mein Problem mit EmotionslegasthenikernFür Dark-Heroen: Nur weil du dominant bist, heißt das noch lange nicht, dass du „die deine“ wie einen Fußabstreifer behandeln darfst.

Dark, dominant – aber ohne Gefühle? Mein Problem mit Emotionslegasthenikern

Von wegen! Das ist kein gestandener Kerl. Das ist ein Emotionslegastheniker. :3
Was sie will, scheint ihm am Arsch vorbei zu gehen. Keine Frage! Es darf ruhig im Schlafzimmer zur Sache gehen – auch mal härter, auch mal düsterer. Alles überhaupt kein Problem.
Doch wenn der Akt selbst auf eine lieblos-mechanische Handlung reduziert wird und das Zwischenmenschliche, die Gedanken, das Sinnliche komplett wegfallen – also genau das, was eine prickelnde Szene ausmacht – dann berührt mich das nicht. Es schreckt mich eher ab. „Dark“ hin, „Dark“ her.

Gerade in Dark Romance ist es meiner Meinung nach wichtig, Einblicke in die Gefühlswelt beider Protagonisten zu bekommen, um nachvollziehen zu können, was sie bewegt. Wenn das fehlt, fühlt es sich einfach nur aufgezwungen an. Und ja, es gibt unzählige Leserinnen, die diesen Typ Protagonist feiern. Keine Ahnung warum, aber es sei ihnen gegönnt! Wirklich! Aber für mich ist diese Art „Emotionslegastheniker“ einfach kein Lesevergnügen.

Mein persönliches Fazit:
Es darf ruhig animalisch sein. Es darf ordentlich „Dark“ sein.
 Aber bitte mit einem kleinen, feinen Licht aus Gefühl. Ein Funken Respekt. Ein Hauch echter Verbindung. Ein Held, der eine Frau als Frau behandelt – nicht als Fußabstreifer.

Und natürlich gilt: Man kann es nicht jedem (in dem Fall mir) recht machen. 😉 In diesem Sinne …

Ka

Bild „Fußabstreifer“ erstellt mit Hilfe von KI.

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