Paranormales

Dana Graham — Verliebt in einen Ritter

  • 21. September 2016

Verliebt in einen Ritter
Dana Graham

Originaltitel: —
Verlag:
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ISBN: 978-1519155559
Erscheinungsdatum: November 2015
Genre: Zeitreise-Romance

Teil einer Serie:

Klappentext

Vom Freund betrogen und zurück als Kellnerin im Dorfcafé ihrer Eltern – schlimmer kann ihre Lage kaum werden, denkt Julia. Ihre Meinung ändert sich schlagartig, als sie durch einen Zeittunnel ins Jahr 1515 gerät und dort als Hexe angeklagt wird. Einzig dem Ritter Severian verdankt sie, dass sie dem Scheiterhaufen entkommt. Für seine Hilfe zahlt Severian allerdings einen hohen Preis: Er muss zusammen mit Julia ins Jahr 2015 fliehen. Der Alltag mit dem von Standesdünkeln behafteten, eigensinnigen Adligen stellt Julias Geduld auf eine harte Probe: Wie geht man am besten mit einem Kerl um, für den Autos Teufelswerk sind und Emanzipation ein Fremdwort? Doch je besser sie Severian kennenlernt, desto weniger will Julia ihm in die Vergangenheit zurückverhelfen. Denn im Jahr 1515 wartet nicht nur seine Verlobte auf den gut aussehenden Ritter, sondern auch ein furchtbares Schicksal …

Quelle: Dana Graham

Verliebt in einen Ritter

Kas Bewertung

Bewertung 04 5

Julia hat die Nase von Männern voll. Als sie ihren Freund mit einer Anderen im Bett erwischt, gerät für sie die Welt aus den Fugen. Schließlich haben sich die beiden eine gemeinsame Zukunft – sowohl privat als auch geschäftlich – ersonnen. Darum ist Julia froh, als sie an einem Wochenende, zusammen mit ihren beiden Brüdern und mehreren Freunden, ihrem Hobby nachgehen kann, nämlich dem mittelalterlichen RP in einer alten, einst niedergebrannten Klosterruine. Durch einen Zufall, gerät Julia jedoch in einen Zeittunnel und landet im Jahre des Herrn 1515! Schnell muss sie am eigenen Leibe erfahren, dass zwischen ihrem „gespielten“ mittelalterlichem Jetzt und dem tatsächlichen Mittelalter, ein gehöriger Unterschied herrscht. Doch letztendlich verdankt sie einem Ritter ihr Leben: Severian.

Severian ist einem Dieb auf die Schliche gekommen, der eines der Bücher, die die Mönche in langwieriger Arbeit erstellen, stiehlt. Er folgt dem Mann, doch was er letztendlich findet, damit hätte er wohl nie gerechnet. Durch schicksalhafte Umstände, sieht sich Severian genötigt einer Frau – die noch dazu weit unter seinem Stand ist – zu helfen, die sogar als Hexe verbrannt werden soll: Julia. Doch alles scheint schief zu gehen, denn plötzlich findet sich Ritter Severian samt Julia in einer Zeit, in der nichts mehr so ist, wie er es gewohnt war. Obwohl Julia, die er für eine Schankmagd hält 😉 seiner nicht würdig ist, fühlt er sich immer mehr zu ihr hingezogen. Doch was tun? Er muss schließlich zurück in seine Zeit, in der bereits eine Verlobte auf ihn wartet!

„Verliebt in einen Ritter“ ist ein schöner Zeitreiseroman, der mich toll unterhalten hat. Es ist aufregend zu verfolgen, wie Dana Graham Severians Aufenthalt im Jetzt dargestellt hat. Mit all den technischen Errungenschaften, auch dem „offenherzigen“ Verhalten der Menschen, muss er nämlich erst mal klar kommen! Allen voran mit Julia, lebt diese doch in einer WG, zusammen mit einem anderen Mann! Für den Ritter ist das, was um ihn herum geschieht extrem schockierend und nur Schritt für Schritt, kann sich Severian an die neuen Bedingungen heran tasten, die hier herrschen. Dabei tritt er – vor allem was Julia betrifft – natürlich in das ein- oder andere Fettnäpfchen. Doch Julia geht es nicht anders, im Bezug auf den Mann aus dem Mittelalter. Sie könnte Ritter Severian alleine wegen seiner, von Standesdünkeln geprägten Aussagen, durchaus auf den Mond schießen. Wenn da nicht der Umstand wäre, dass sie unbedingt einen Weg finden muss, den altertümlichen Kerl zurück in seine Zeit zu „komplimentieren“. Dass ihr Herz sich etwas anderes wünscht, davon will sie lieber nichts wissen!

Der Autorin ist es gelungen, dem Leser eine glaubhafte Geschichte zu erzählen, die stets nachvollziehbar und nicht an den Haaren herbei gezogen war. Die Charaktere waren sympathisch dargestellt, außer natürlich der des Antagonisten und angebliche Laienmönch Ignatius; was für ein unsympathischer Mann! Okay, Julias ehemaligen Verlobter hat sich auch – vor allem Severian gegenüber – unmöglich verhalten, was das Geschehen ordentlich gewürzt hat. Was ich mir jedoch gewünscht hätte, wäre ein klein wenig mehr Zwischenmenschlichkeit. Man hat gemerkt, wie es zwischen Julia und Severian gekribbelt hat, und die Wortgefechte zwischen ihnen sind herrlich, doch trotzdem hätte ich mir mehr Intensität gewünscht, vor allem in den romantischen und den erotischen Szenen. Denn ich denke, dass das dem Buch, noch mehr Lebendigkeit eingehaucht hätte. 4,5 zufriedene Punkte.

Kurz gefasst: „Verliebt in einen Ritter“ ist eine romantische, spritzige Geschichte, mir einem sehr sympathischen Heldenpaar und einer aufregenden Reise ins Mittelalter.