Rezensionen Zeitgenössisches

Clannon Miller — Kiss me, Doc!

  • 26. Juli 2020

Kiss me, Doc!
Clannon Miller

Originaltitel:
Verkauft durch:
Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B088KCDSXH
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2020
Genre: Zeitgenössisch

Teil einer Serie:

Klappentext

SIE verliebt sich auf den ersten Blick in ihn, aber ER hält Liebe nur für eine Illusion.Gefühl gegen Verstand
James Maxwell ist ein Menschenhasser, der sich ganz der Wissenschaft und Forschung verschrieben hat. Er kauft sich Frauen lieber für ein paar Stunden, als sich auf eine Beziehung mit diesen emotionalen und unintelligenten Geschöpfen einzulassen. Als er der jungen Willow begegnet, hält er die Taschendiebin für eine Prostituierte und macht ihr ein unmoralisches Angebot.Eigentlich wollte Willow Walker nur das Handy des berühmten Professors stehlen, um damit die Schulden ihrer Großmutter zu begleichen, aber dabei geht einfach alles schief, und unversehens findet sie sich in seinem Haus und in seinem Bett wieder, wo sie nicht nur ihre Unschuld, sondern auch ihr Herz verliert. Zu dumm für Willow, dass der gutaussehende James kein Herz zu besitzen scheint.Noch dümmer für James, dass er auf Willow angewiesen ist, um eine Verschwörung aufzudecken, denn leider bringt sie nicht nur sein perfekt geordnetes Leben total durcheinander, sondern auch seine angeblich nicht vorhandenen Emotionen.

Quelle: Clannon Miller

Clannon Miller — Kiss me, Doc!

Kas Bewertung

Clannon Miller — Kiss me, Doc!

James Maxwell ist Wissenschaftler durch und durch. Logisch, hochintelligent, strukturiert und den von ihm entwickelten Robotern mehr zugetan als Menschen. Für ihn ist Liebe nur eine chemische Reaktion und „Zwischenmenschliches“ ein von der Natur entwickelter Fortpflanzungsalgorithmus. Als er jedoch Willow Walker begegnet, die unmittelbar vor einer Pressekonferenz sein Handy stiehlt, um ihrer Großmutter zu helfen, die durch ein schreckliches Unglück bei einem Kredithai hoch verschuldet ist, stellt Willow alsbald sein bis dato geordnetes Leben komplett auf den Kopf.

„Kiss me, Doc!“ von Clannon Miller wartet mit einem Protagonisten auf, dem man sich erst im Laufe der Geschichte nähert. Denn James Maxwell ist alles andere als ein freundlicher Zeitgenosse. Er ist bissig, null tolerant gegenüber seinen Mitmenschen und hält Willow noch dazu für eine Prostituierte. Das, was in anderen LiRos zwischen Protagonistin und Protagonist so gut wie immer stimmig ist, nämlich obig erwähnte Fortpflanzungsalgorithmus, 😉 ist bei den beiden vorerst anders gelagert! Was total überraschend beim Leser ankommt.

Willow ist eine junge Frau, die von allen unterschätzt wird. Warum dies so ist, kann ich an dieser Stelle leider nicht sagen, ohne zu spoilern. Fakt ist jedoch, dass sie weit mehr im Kopf hat als der Mutismus suggeriert, unter dem sie leidet. James und Willow verstehen sich mit wenigen Worte gut und bilden auf der Suche nach einem Verschwörer ein tolles Team. Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass Willow ihr Herz an James verloren hat, der selbst keines zu haben scheint.

Anfangs war es etwas schwierig für mich in die Geschichte hinein zu kommen, da James Maxwell ordentlich bei mir angeeckt ist. Doch je länger ich „Kiss me, Doc!“ las, desto größere Sympathie-Punkte konnte er einfahren. Die Änderung, die James Dank Willow Stück für Stück durchlaufen hat, war glaubhaft dargestellt. Willow hingegen muss man von Anfang an einfach gern haben. Sie ist geradlinig, denkt nicht um tausend Ecken und passt so wunderbar zu James. Auch wenn dieser nichts davon wissen will. Ein weiteres Plus ist die KI-Einheit, die James häusliches Leben unterstützt. Ich musste immer wieder vor mich hin schmunzeln, was diese „künstliche Intelligenz“ – Willow nennt die KI-Einheit übrigens Elmar – alles von sich gibt! Die Geschichte rund um Willow und James hat sich zu einem lesenswerten Buch entfaltet.

Kurz gefasst: Wenn chemische Reaktionen zu Emotionen werden, hatte sicherlich eine junge Irin, mit dem Herzen am rechten Fleck, ihre Finger im Spiel.