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Chaos auf dem Teller

  • 6. Januar 2026

Wildes Durcheinander oder:
Warum man einen Bücherdrachen niemals unbeaufsichtigt in die Küche lassen sollte

Geneigte Lesende!

Manche Mittagessen entstehen aus einem Plan.
 Dieses hier entstand am Sonntag aus Hunger, Resten, Ideen rund um Hektor, die laut „Warum eigentlich nicht?“ riefen. Und sprachs, stand der Herr Drachen auch schon in der Küche. 😉

Auf dem Herd: selbstgemachte Gnocchi, weich, bauchig, bereit, in Petersilienbutter zu baden.
In der Pfanne: ein Wallerfilet, das beim Braten leise zischte und so tat, als wäre es völlig unschuldig.
Daneben: eine Paprikasoße, rot, samtig, mit diesem Duft, der sagt: Ich meine es ernst.

Und im Ofen – der eigentliche Star –
Butternutkürbis und Süßkartoffel.
Große Stücke, großzügig mit Olivenöl massiert, Salz, Pfeffer, frische Rosmarinnadeln.
 Nach zwanzig Minuten dieses verheißungsvolle Karamellisieren an den Rändern.
 Nach dreißig Minuten der Moment, in dem Sonnenblumenkerne und zerbröselter Feta dazukamen
und alles endgültig Richtung Foodporn abbog.

Genau da stand er plötzlich hinter mir.
„Nur ein kleines Stück“, sagt Hektor.
 Seine Hand schwebt bereits über den Gnocchi.
Klatsch.
„Finger weg.“
Ich lache. Er grinst. Er versucht es fünf Minuten später erneut, diesmal beim Kürbis.
Klatsch.
„Ka!“
„Hektor!“

 

Chaos auf dem Teller
Hier seht ihr, wie ich gerade in der Zubereitung der Gnocchi stecke.
Der Teig kommt denen der klassischen Fingernudeln nahe.
Allerdings ist der Kartoffelteig ohne Ei und es ist zusätzlich
Hartweizengrieß im Gnocchi-Teig.

Chaos auf dem Teller
Yummi, das war wirklich lecker, dieser Butternutkürbis nebst Süßkartoffeln.
Wobei ich den Kürbis – auf diese Art zubereitet – sogar noch lieber mochte
als besagte Süßkartoffeln. MJOM!!!

Dieses Spiel wiederholt sich öfter, als ich zugeben möchte. 
Jedes Mal, wenn ich mich umdrehe, ist er da. 
Jedes Mal will er nur ein kleines Stückchen hiervon, eines davon. 
Jedes Mal schicke ich ihn lachend aus der Küche, während er theatralisch seufzend abzieht 
und behauptet, er würde „rein aus kulinarischem Interesse leiden“.

Als schließlich alles auf dem Teller landet, ist es – ja.
Ein wildes Durcheinander.
Gnocchi glänzen buttrig-grün.
Der Fisch zerfällt saftig unter der Gabel.
Die Paprikasoße verbindet alles wie ein roter Faden.
Und der Ofenkürbis? Knusprige Ränder, cremiges Inneres, Kerne, die knacken, Feta, der schmilzt.

Hektor sitzt mir gegenüber, schaut auf den Teller, dann mich an.
 „Du weißt“, sagt er, „dass du das absichtlich machst.“

Ich zucke mit den Schultern.
 Vielleicht.

Foodporn ist nicht Perfektion.
Foodporn ist Chaos mit Gefühl.
Und manchmal… ein Drache, dem man liebevoll auf die Finger klopfen muss.

Chaos auf dem Teller

Copyright by Ka, 6.1.2026 Meine tägliche Dosis.
Alle Rechte (und Drachen) vorbehalten.

Bildquelle: Ka, Meine tägliche Dosis — sozusagen frisch aus der Küche ^^

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