(Quelle: © Privatarchiv der Autorinnen)
Geneigte Leserinnen und Leser,
habt Ihr es gemerkt? Es wird allmählich kalt bei uns. Und das liegt sicherlich nicht daran, dass das Autorenduo „Kim Henry“ aka Nicole Wellemin und Corinna Vexborg bei uns Platz genommen haben. Sie sind die Schöpferinnen des Romantik Thrillers „Polarfieber“, den ich persönlich gefressen habe. Und in dieser Geschichte war – mal abgesehen von den Außentemperaturen in Grönland – nichts, absolut nichts kalt. Eher, nun ja, sehr wärmend … *hust*. Doch lasst uns beginnen!
Willkommen bei uns im Autorensalon, Ihr zwei! Nehmt doch bitte Platz fühlt Euch wie zu Hause und greift zu. Die Kekse sind zum Essen da!
Nicole:Wir nehmen dann die Doppelsitzer-Couch. Schließlich sind wir ja zu zweit.
Doppelsitzer-Couch? Wo kommt den die plötzlich her? *ggg* Spaß beiseite: Corinna, frei von der Leber weg: Wie ist Euer „Kim Henry“-Pseudonym entstanden?
Corinna: Wir wollten nicht zwei Namen auf dem Cover haben, also haben wir uns Gedanken über ein Pseudonym gemacht. Eines Nachts im Bett kam mir der Gedankenblitz: Warum nicht uns mit dem Pseudonym bei den Menschen bedanken, die am meisten unter unserer Schreibsucht leiden. Dass die Vornamen unserer Ehemänner zusammengewürfelt klingen, wie eine amerikanische Schnulzenautorin, dafür können wir ja nichts. *grinst*
Schnulzenautorin? *muahahaha* Der Dank gebührt also Eueren GöGas. ^___^
Wie bringt man Dänemark und Bayern unter einen Hut, bzw. wie hat sich das Schreiben gestaltet? *g* Und wer von Euch wohnt wo, wenn ich sehr neugierig sein darf?
Corinna: Ich bin das Nordlfülheicht. Vor sechseinhalb Jahren bin ich meinem Mann in seine Heimat gefolgt und seither fühle ich mich sehr wohl auf der schönen Insel Fünen in Dänemark.
Nicole: Zum Glück lassen sich ja tausend Kilometer Entfernung dank moderner Kommunikationsmittel gut überbrücken. Allerdings wäre ich die erste, die einen Nervenzusammenbruch bekommt, wenn einmal Facebook vom Netz gehen würde.
Corinna: *lacht* Ja, dort über die Chatfunktion entstehen unsere Plots, diskutieren wir geschriebene Szenen und planen, wie es weitergeht.
Oha, dankt fb ist das Nord-Süd-Gefälle also ideal überbrückt. ^^
Erzählt ein wenig von Euch, wie z.B.: Was esst Ihr gerne? Was lest Ihr gerne? Welchen Typ Helden/Heldin bevorzugt Ihr, eben solche Dinge. *lacht*
Nicole: Die wichtigste Rolle in meinem Leben spielt natürlich meine Familie. Mit meinen beiden Töchtern und meinem Mann lebe ich das typische Durchschnittsbürger-Klischee: Arbeit, Reihenhaus am Stadtrand, zwei Katzen, fünf Meerschweinchen und ein Hund. Das Abtauchen in Geschichten bietet da eine willkommene Abwechslung. Aber mein Herz ist viel zu groß, um mich auf einen bestimmten Heldentypus festlegen zu können. Ich war z.B. eine Zeit lang schrecklich verliebt in Leo Leike aus „Gut gegen Nordwind“. Das Geschick, mit dem er mit Worten umgehen kann, finde ich schon sehr sexy. Nachhaltig beeindruckt hat mich auch Philipp von Reupen aus „Der Spielmann“; bzw. „Der König“ mit seinen ewigem Hader, oder die kompromisslose Zielstrebigkeit von Kain aus „Engelsdämmerung“. Was ein Held mitbringen muss, um mich für sich zu gewinnen ist Glaubwürdigkeit und Tiefe. Mit flachen Abziehbildern habe ich so meine Probleme.
Corinna: Ich esse gerne alles das, was ich in Dänemark nicht bekomme. Namentlich Griechisch (danke an Nicole für die Einladung nach der Lesung vorgestern! Ich revanchier mich!) und so richtig leckeres indisches Korma, wie man es irgendwie nur in Schottland bekommt. Ich lese eigentlich querbeet, je nach Laune, wenn man mich nach Lieblingsautoren fragt, dann würde ich wohl (in keiner besonderen Reihenfolge) Charlotte Lyne, Andrea Gunschera und Linda Gillard nennen. Ich trage Jeans, Schuhe ohne hohe Absätze, schwarze Pullis und habe mir vor zehn Tagen die Haare abschneiden lassen *lacht*. Helden? Oh je. Ich mag Alphas, die ein kleines bisschen oder auch ein bisschen mehr Beta sind. Über Heldinnen denke ich eigentlich weniger nach. Ich lese Bücher eigentlich immer wegen der Jungs, nicht wegen der Mädchen darin. Da bin ich eigen *zwinker*
Geht mir meist auch so, dass ich hauptsächlich über die Helden nachdenke, allerdings nicht immer. *hihi*
Ich muss sagen, in „Polarfieber“ habe ich mich richtig wohlgefühlt. Was mich daran erinnert, dass ich noch einen Artikel in SatzesLust dazu schreiben möchte. Wie ist die Idee zu „Polarfieber“ entstanden?
Corinna: Wir wollten einen Abenteuerroman schreiben und haben dafür ein exotisches Setting gesucht. Ein Blick auf die Landkarte hat uns dann nach Grönland geführt. Einen Ort über den wir bis vor einem Jahr noch kaum etwas wussten.
Nicole: Ja, und dann ging eigentlich alles ganz schnell. Corinna sagte Hubschrauberpilot, ich sagte Absturz. Ich sagte Geowissenschaftlerin, Corinna meinte Öl. Und schon stand der grobe Plot.
Corinna: Natürlich wäre Polarfieber aber auch nie zu dem geworden, was es ist, wenn wir nicht ganz tolle Hilfe von Menschen vor Ort bekommen hätten. Wir standen in engem Kontakt mit Air Greenland, einer Inuit, die in Quaanaaq wohnt, dem Grönländischen Touristenverband …
Nicole: … und einem Soldaten, der uns Hilfestellung gegeben hat, Silas‘ Vergangenheit festzunageln. Es bewahrheitet sich einfach immer wieder, dass es ein ganzes Team braucht, um ein Buch zu schreiben,
Wie kommt man auf ein Schauplatz am Nordpol? Nicht das mich das stört, ich finde es schlicht und ergreifend genial. Im Sand kann schließlich jedes Heldenpaar herum lümmeln … ähm, oder so. 😉
Nicole: Naja, Sand nicht, aber immerhin ist Grönland die drittgrößte Wüste der Welt. Die größte Insel auf unserem Planeten und trotzdem wohnen dort auf dieser riesigen Fläche nur circa 60.000 Menschen. Im Laufe der Recherche haben wir einfach so viel Spannendes über den Schauplatz gefunden, dass es zehn Geschichten füllen könnte und es hat uns eine riesen Freude bereitet, all die Begeisterung, die dieses verrückte Land in uns geweckt hat, in Polarfieber rein zu schreiben.
Corinna: *reicht Nicole einen Keks, damit wir nicht noch heute Nacht hier sitzen. Wenn wir erst einmal ins Schwärmen kommen, kann das dauern*
Nicole: Danke *mampf*
Lass sie Dir schmecken, Nicole *gg* Weiter im Text: Wenn Ihr Kaya und Silas in wenigen Worten beschreiben müsstet, wie würde die Beschreibung lauten?
Nicole: Kaya trägt ihren Ehrgeiz und ihre Arbeit, wie einen Eispanzer um sich herum, würde sich das aber natürlich nie eingestehen. Sie ist tief verwurzelt in den Traditionen ihres Volkes, verschließt aber nicht die Augen davor, dass es im Rest der Welt ganz anders zugeht, als in Grönland. Sie will einen aktiven Teil dazu beitragen, ihr Land in die Zukunft zu führen und den Menschen dort zu helfen, den Spagat zwischen Tradition und Fortschritt zu meistern. Erst das Abenteuer mit Silas macht ihr bewusst, dass zu einem Leben mehr gehört als ein schlagendes Herz und eine Bestimmung.
Corinna: Silas ist ein Mittdreißiger, der nach Grönland gekommen ist, um eine Vergangenheit hinter sich zu lassen, die man niemandem wünscht. Er ist ein Aussteiger, der sich nicht traut, wirklich auszusteigen, und was ihn so liebenswert macht, ist die Tatsache, dass er seine Fehler kennt und sich selbst nicht so besonders ernst nimmt. Ich glaube, Silas ist einfach reif für eine Frau wie Kaya, aber er weiß es noch nicht *zwinker*
Ich war bass erstaunt, als ich darüber las, das Inuit-Frauen der Schmerz bzw. den Schmerz durch Lauterzeugung kund zu tun, aberzogen wurde? Ist das Fiktion oder Realität?
Corinna: Ob es wirklich stimmt, kann ich dir nicht sagen, ich war noch nie bei einer Inuit-Geburt dabei. Allerdings ist es tatsächlich eines der sich am hartnäckigsten haltenden Mythen über die Kultur der Inuit.
Nicole: Viele der ursprünglichen Riten und Gebräuche wirken für unsereins primitiv und grausam. So wurden Frauen bis in die 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts während der Geburtswehen, nur mit Wasser gegen den Durst, allein in einem Zelt oder dem Qarmaq zurückgelassen, das nur für diesen Zweck gebaut worden war. Die Frau gebar ihr Kind auf einem Karibufell und band die Nabelschnur eigenhändig mit Karibusehnen ab. Danach durfte sie mehrere Tage die Behausung nicht verlassen, solange bis die Nabelschnur des Neugeborenen abgefallen war. Heute sieht das natürlich anders aus und Frau fliegt gerne einmal mehrere Tausend Kilometer mit dem Hubschrauber, oder Flugzeug in das nächst gelegene Krankenhaus. Dennoch scheint es nicht abwegig, davon auszugehen, dass solche, jahrtausendealte Gebräuche tiefe Spuren, auch in der heutigen Inuit-Gesellschaft hinterlassen haben.
Puh, harter aber interessanter Tobak, von dem ihr uns erzählt …!
Was ist Euch am schwersten gefallen, an „Polarfieber“ zu schreiben? Das es die erotischen Szenen waren, glaube ich jetzt nicht. *hust*
Nicole: Am schwersten ist uns gefallen, jeden Abend früh genug aufzuhören, damit wir am nächsten Tag noch frisch genug in die Arbeit gehen konnten.
Corinna: Ja, und das Warten auf die nächste Szene von der geschätzten Co-Autorin.
*lacht* Gab es einen Moment, wo Ihr die Schreibmaschine (Computer, Laptop, was auch immer *g*) am liebsten aus dem Fenster geworfen hättet, oder war Euer gemeinschaftliches Schreiben immer von Wohlwollen und Zufriedenheit geprägt.
Nicole: Ne, also wenn wir gerade an einem Projekt arbeiten und das läuft, dann läuft es eigentlich immer auch ganz gut. In die Haare kriegen wir uns eher zwischen zwei Schreibprojekten, wenn die Inspiration nicht so will, wie die Autorinnen. Dann kann es allerdings schon mal ziemlich heftig zur Sache gehen.
Oha, da wird das Nord-Südgefälle dann wohl zur Schlucht. *Zwinkert mit dem Auge* Eine letzte Frage: Welche gemeinsamen Pläne habt Ihr? Bzw. was ist von Euch als „Solo“-Autorinnen zu erwarten?
Corinna: Im Solo gar nichts, weil wir viel zu gut zusammenarbeiten, um Solo auch nur in Betracht zu ziehen. Im Februar erscheint ebenfalls bei Sieben, unter neuem Pseudonym ein Erotik-Roman und auch weitere Projekte für beide Pseudonyme sind in der Mache, So schnell werdet ihr uns also nicht wieder los.
Na, dem Himmel sei Dank. Es hätte ja auch sein können, dass Ihr Euch im ewigen Eis verkriecht. 😉
Ich bedanke mich ganz ganz herzlich bei Euch, dass Ihr den Weg zu uns in den Autorensalon gefunden habt. Wir wünschen viele vor Glück zufrieden seufzende Leserinnen und Leser!
Nicole: *seufz* Die wünschen wir uns auch. Schön war’s bei euch.
Corinna: Und die Kekse waren gut *grins*
Nicole: Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder, wenn wir dürfen.
Ich nehme Euch beim Wort! *Grinst wie ein Honigkuchenpferd* Kommt, ich begleite Euch noch raus. Und hey, Nicole, den letzten Keks kannst Du auch noch essen …
Sympathisch, die beiden, nicht wahr geneigte Leserinnen und Leser! Bin gespannt was noch alles auf uns Leser zukommt! Was ich als nächstes auf jeden Fall machen muss ist ein Beitrag in SatzesLust. Es gab da eine Passage zwischen Silas und Kaya – ich sage Euch. Als ich das gelesen habe bin ich dahingeschmolzen … *so schön* Mehr dazu, wenn´s soweit ist.
Euere Ka