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[AutorenSalon] Jane Christo

  • 10. Mai 2013

( Pressefoto: Mit freundlicher Genehmigung der Autorin )

Geneigte Leserinnen und Leser,

Jane Christo, die Schöpferin der Blanche-Trilogie ist endlich wieder bei uns!  *freudestrahl*

Trenner-Ranke

Komm rein, komm rein, liebe Jane! Mach schnell die Türe wieder zu, damit der Duft nicht entfleuchen kann. Riechst Du´s? Ich habe eine neue Röstmischung und nenne sie “Beliar” – was hältst Du davon? *Ka genüsslich die Augen schließt um im Espresso-Zimt Duft zu schwelgen*

Yummy! Riecht nach einem teuflisch heißen Mix aus rauer Bohne mit weichem Aroma ,-)

Ohja! Rau und weich zugleich *räusper* Vor lauter Aufregung habe ich glatt vergessen Dich zu begrüßen. Verzeih! Es freut mich sehr, dass Du nachdem ich “Blanche – Die Entscheidung” gelesen habe, nochmals hier bei uns im AutorenSalon Platz nimmst. Gut siehst Du aus, kann es sein, dass Du im Urlaub warst? *breites grinsen*

Also ehrlich Ka, wie hast du das wieder erraten *zwinkerzwinker* Also schön, der Sonnenbrand stammt tatsächlich von einer Reise in den sonnigen Süden. Ich fand es angemessen nach Abschluss des dritten Blanche-Teils ein paar Wochen an der Costa Blanca zu verbringen.  Womit ich allerdings nicht gerechnet habe ist, dass mir meine Heldin überall begegnet. Die haben nicht nur einen kompletten Küstenabschnitt nach ihr benannt, sondern auch Gebäude und Straßen. Echt gruselig.

Blanche, Band 01: Der Erzdämon

Gruselig nennst Du das? Ich würde “purer Wahnsinn” dazu sagen ^^. Du hast im letzten Gespräch gemeint, dass Du Dich während des Schreibens von Textpassagen getrennt hattest, die für Dich nicht mehr passend waren. Das Ende vom Lied war, das Dir Text abhanden gekommen war, den Du Dir nun zurück erobern musstest. Mal ehrlich, davon ist in “Die Entscheidung” nichts zu spüren!

Ich kann dir gar nicht sagen wie froh ich bin, das zu hören. Es gab Tage da dachte ich, dass ich das Buch einstampfen kann. Das lag vor allem daran, dass sich die Helden weiterentwickelt haben, deswegen passten zahlreiche Szenen der ursprünglichen Konzeption nicht mehr. So musste ich mich von vielen Passagen trennen, darunter fielen fast alle Zoey-Auftritte plus die Konfrontation zwischen Beliar und Marcel. Denn mal ehrlich, Beliar ist Marcel haushoch überlegen, wie hätte das glaubwürdig aussehen können? Und einen Marcel mit Teufelspakt wollte ich nicht. Er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut und hätte Beliar nichts entgegenzusetzen – das machte also keinen Sinn. Davon abgesehen wollte ich nicht von Blanche ablenken, sie war von Anfang an der Dreh- und Angelpunkt der Story. Zu viele Nebenhandlungen verwässern den Kern und so weiter und so fort.

Ich habe in diesem letzten Teil – nennen wir es Lieblingsseiten – in denen Beliar sich vor allem über Blanches Gefühle Gedanken macht. Diese Seiten laufen über voll Liebe und Verständnis ohne den leisesten Hauch von Kitsch. Frau! Du hast mich geplättet, ich war so zufrieden wie eine kleines Kätzchen, das gerade das erste Mal in seinem Leben Sahne genascht hat. *schnurrr

*grins* Die Kitsch-Kiste kam für Helden mit Beliars Kaliber nicht infrage, von daher war ich nie in Gefahr in die Schnulzen-Falle zu tappen. Da ist einerseits Blanche, eine Killerin, die ihre Gefühle per Knopfdruck abschaltet, und die plötzlich mit ihrer emotionalen Seite konfrontiert wird. Und dann Beliar, ein zynischer Dämon, vom Luxus der Ewigkeit gelangweilt, der sich Hals über Kopf verliebt. Beide Helden sind harte Nüsse, doch damit ihre Beziehung funktioniert müssen sie sich selbst überwinden, während sie sich gleichzeitig treu bleiben. Die Zwei haben vieles über das sie reflektieren müssen, da ist für Kitsch kein Platz.

Blanche 02: Die Versuchung

 Der Wandel, den Blanche durchmacht, ist Dir unglaublich glaubwürdig geglückt, darzustellen. Sie verliert sich nicht und das ist wunderbar. Wenn Du schreibst, konnte man im Abspann von “Blanche – Die Entscheidung” lesen – spielt Musik eine große Rolle. Ja, Du nimmst sie sogar mit in Deine Geschichten. Wie kommt´s und gibt es auch einen Song, von dem Du sagst: Ja, der passt zu Blanche wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge?

Das mit der Glaubwürdigkeit war mir extrem wichtig. Blanche ist Blanche, das ist nun mal keine süße Kuschelmaus. Auch wenn sie im Verlauf der Handlung begreift, wer sie ist und wohin sie gehen will, heißt das nicht, dass sie plötzlich eine neue Persönlichkeit verpasst bekommt. So funktioniert das nicht. Manche Erkenntnisse bekommt man geschenkt, andere muss man sich hart erarbeiten. Dabei schleifen sich Ecken und Kanten ab, aber der Kern bleibt erhalten.
 
Musik ist, besonders in der Konzeptionsphase – aber auch während des Schreibens – ein essentieller Bestandteil für mich, obwohl ich bei bestimmten Passagen absolute Stille brauchte. Manchmal verstärken Lieder Emotionen, die ich wecken will, die jedoch so flüchtig sind, dass ich sie mit Hilfe der Musik einzufangen versuche. Wie ein Parfum an dem man schnuppert, um es anschließend zu verkorken. Die Energie der Musik hilft mir dann dabei ein klareres Bild des Gefühls heraufzubeschwören, das ich ausdrücken möchte, das manchmal nur eine Ahnung ist.
Zum Beispiel fehlte mir im ersten Band bei der Schlacht auf dem Eiffelturm das gewisse Etwas. Es ließ sich kaum fassen, aber ich wusste, etwas an der Szene noch nicht rund war. Dann bin ich an ein Fan-Made YouTube-Video von Leona Lewis’ „My Hands“ geraten. Die Musik in Kombination mit den perfekt geschnittenen Szenen des Final Fantasy XIII-Trailers hat mich in eine regelrechte Ekstase versetzt, danach hat sich die Passage praktisch von selbst geschrieben.
 
Blanche ist vermutlich ein 30 Seconds To Mars-Typ. Zum Anfang ihrer Entwicklung passt „The Kill“ – buchstäblich. Am Ende ist sie mehr „Alibi“.
Muse passt aber auch gut zu ihr. Hier hätte sie sich von „Big Freeze“ zu „Explorers“ entwickelt.
Obwohl sie ganz unterschiedlich sind, finde ich alle vier Songs schlichtweg genial. „Alibi“ ist wie ein Trojanisches Pferd. Es fängt ganz unschuldig an, und zum Schluss schreit sich Jared Leto die Seele aus dem Leib. Bei „Explorers“ ist es ähnlich, obwohl es deutlich sanfter ist.
Jane, meinst Du ob es gestattet ist, dass ich Blanche eine kleine Frage stelle, die mir seit unserem ersten, gemeinsamen Interview auf der Zunge brennt? Ich würde nämlich gerne gaaanz genau wissen, wie es ist, wenn sie von Beliar mit seinen Flügeln eingehüllt wird, ich zitiere: “Irgendwo im Liebesakt hatte er die Flügel ausgefahren, um sie darin einzuhüllen. Als gäbe es nur sie und ihn — der Rest der Welt war ausgeschlossen aus ihrem Universum.” Zitat Ende (S. 115 aus “Blanche – Die Entscheidung”) *seufz und schmacht*
Was denn, du kennst den Wing-Hug noch nicht? Tzzzzz! Stell dir eine Mischung aus Hängematte mit fluffigem Blätterdach vor – also, ohne die Matte und die Blätter, das sind natürlich duftige Federn. IKEA arbeitet bereits daran, allerdings nennen die das Ganze „Fedder-Snoggel“. Keine Ahnung, was die uns damit sagen wollen.
*Ka vor sich hingrinst*  Übrigens habe ich vor Deine Blanche in [HeldenHaft] mit aufzunehmen. Für mich gehört sie unbedingt mit rein. Und wenn ich irgendwann ganz viel Zeit am Stück habe, dann, ja dann werde ich mir Deine Blanche-Trilogie schnappen und sie nochmals in einem Zug durchlesen, inhalieren, genießen. Die geballte Ladung Blanche und Beliar! Was sagst Du dazu?*

Ach Ka, komm mal her, jetzt wird geknuddelt! Ich sag dir was: Es ist ein unfassbar schönes Gefühl zu wissen, dass ich Menschen mit meinen Geschichten berühren kann. Deswegen schlägt mein Autoren Herz sofort höher wenn ich so etwas höre. Und dann noch von dir, schließlich hast du ein heftiges Lesepensum. Danke .-)

*erröt* Für mich persönlich könnte es ja noch ewig weitergehen. *schnief* Was mich zu der Frage verleitet: Was hast Du schriftstellerisch gesehen in Zukunft für Projekte im Augen? Kannst Du uns schon etwas darüber berichten? *neugierig die Augen aufreiße*

Ich arbeite derzeit parallel an zwei neuen Romankonzepten. Das Erste ist eine Young Adult-Story, in der die Heldin von ihrem Freund abserviert wird, einen Song darüber schreibt, der ein Überraschungshit wird.
 
Das andere sollte ursprünglich ein Blanche Spin-off werden, ist aber jetzt etwas ganz eigenes. Geblieben sind der Ort und Blanches Gewerbe. Ich verrate nur so viel:
Paris. Die Mafia. Zwei Brüder. Sie regieren die Stadt. Dann taucht Jade auf, eine Frau auf der Suche nach der Wahrheit. Einer der Brüder ist ein skrupelloser Mörder, der andere versucht Jade zu schützen.
Wer hat sie verraten? Wer hat ihre Familie zerstört? Und wer zum Henker zahlt seit Jahren Schutzgeld für sie?
*hüstel* Mehr sage ich dazu nicht ,-)

*Ka das Wasser im Mund zusammen läuft* Mehr brauchst Du dazu auch nicht zu sagen *schluck*

Liebe Jane! Du hast es verstanden, mich mit Deiner Trilogie zu fesseln, zu berühren, zu begeistern und als glückliche Leserin zurück zu lassen. Deine Bücher waren für mich “Der Hit”. Und ich wünsche mir, dass sie für viele weitere Leserinnen und Leser ein Hit werden! Danke, Dass Du Dir wieder Zeit genommen hast mit mir zu plauschen. Ich weiß jede Trilogie hat nach dem dritten Band ein Ende, aber TROTZDEM *heul*

Danke, du machst mich ganz verlegen. Mich musst du nicht zweimal fragen, ob ich auf deinem Sofa Platz nehme, zu dir komme ich jederzeit. Außerdem machst du den weltbesten Kaffee – was ist das, Arabico? Ich will jetzt nicht direkt nach dem Rezept fragen, aber wo ich schon mal hier bin …
 
Liebe Ka, ich danke dir für deine Gastfreundschaft und das schöne Gespräch.
Dass der letzte Teil bei dir so gut angenommen ist macht mich unglaublich froh. Ich verspreche auch, sofort weiterzuarbeiten, damit ich bald wiederkommen und mit dir über die neuen Projekte plaudern darf.