Interview mit der
im Genre „Paranormal Romantic Suspense“
schreibenden Autorin Eva Isabella Leitold
Ich heiße Eva Isabella Leitold, die Autorin des TEAM ZERO herzlich im AutorenSalon von Happy End Bücher Wilkommen. Leider konnten wir uns bis jetzt noch kein Happy-End-Bücher-Sofa leisten, auf das Du Dich setzten könntest – rein imaginär natürlich. Daher wird es, wie immer, ein StehTalk! Eva, ich bleibe jetzt einfach beim „Du“, da es sich seltsam anfühlen würde, „nur“ wegen des Interviews auf das „Sie“ zurückzugreifen. UND, ich werde bewusst darauf verzichten zu erzählen, dass Du 1984 in der Steiermark (Österreich) geboren wurdest, verehelicht bist und zwei Söhne hast! Lass´ uns einfach anfangen:
Liebe Ka, danke für die Einladung. Ich freue mich, hier sein zu dürfen. Da es kein Sofa gibt, werde ich das Interview wohl aus dem Ste’h’greif halten müssen. *g*
In einem Interview, das Du gegeben hast, konnte man lesen, dass Du Dich für die Mischung „RomanticThrill“ entschieden hast, um der Spannung und der Romantik eine Chance zu geben. Wenn Du Dich entscheiden müsstest, was würde Dir leichter fallen zu schreiben: Thrill oder Romance? Und warum?
Hm, eine schwierige Frage. Würde ich mich entschieden müssen, würde ich Romance wählen – denn Liebesszenen schreibe ich unheimlich gerne. Allerdings käme ich bestimmt nicht umhin, ein klein wenig Thrill einzubauen und dann wären wir erst wieder bei der Ausgangsituation. *lach*
Außerdem habe ich gelesen, dass Du bereits als Kind einen Hang zu Paranormalem hattest. Wie hat sich das bei Dir gezeigt?
Wenn ich jetzt von Geisterscheinungen und Empathie anfange dann halten mich vermutlich alle für verrückt, stimmts? Lassen wir das mal lieber und ich erzähle stattdessen, dass ich schon als Kind ein Gespür dafür hatte, ob bestimmte Dinge eintreffen/passieren oder nicht. Kleines Beispiel: Wenn ein Ausflug geplant war und ich habe mich nicht wie sonst darauf gefreut oder konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das ablaufen sollte, wusste ich, dass besagter Ausflug nicht stattfinden würde. Und so war/ist es auch immer.
Auf Deiner Autoren Hausseite kann man folgenden Spruch entdecken: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe Deinen Traum.“ tust Du das?
Das kommt auf den Traum an. *grins* Aber Ja, bei umsetzbaren Träumen mache ich das. Ich bin ein Optimist und glaube fest daran, dass man mit genug Fleiß und Eifer alles schaffen und erreichen kann, was man sich vorgenommen hat.
Trittst Du manchmal in die sprichwörtlichen Fettnäpfchen, da Du allem Anschein nach „Dein Herz auf der Zunge trägst“?
Ich würde sagen: selten. Mit diesem Spruch wollte ich auch nicht ausdrücken, dass ich mich ständig vergesse, wenn ich jemanden etwas zu sagen habe. *lach* Ich bin ein offener, geradliniger Mensch, dem Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sehr wichtig sind. Dasselbe erwarte ich von meinen Freunden und meiner Familie.
Wann findest Du den Freiraum um zu schreiben? Nebst Arbeit, Familienleben, Ehemann und Kindern? Oder bist Du genauso duracellbetrieben wie Deine Söhne *grins* (Geneigte LeserInnen des Interviews, das ist kein Affront, das steht ebenfalls auf der Hausseite der Autorin!):
*lach* Ja, ich habe, genauso wie meine Kinder, immer Hummeln im Hintern und versuche, alles gleichzeitig unter einen Hut zu bringen. Was bei meinem sehr ausgefüllten Alltag nicht so einfach ist. Schon gar nicht, wenn man jedem und allem gleich gerecht werden möchte. GsD bringt meine Familie genug Verständnis für meine Schreibleidenschaft auf und so kann ich mir immer wieder die eine oder andere Stunde stehlen, um mich meinen Projekten zu widmen.
Nun zu Deinem neuen Buch „Heisskaltes Verlangen – TEAM ZERO 02“. Beschreibe in einem Satz Cass die Heldin und Jeff, den Helden der Geschichte.
Cass ist eine romantische Träumerin, die dennoch versucht, das Leben aus einer vernünftigen, sachlichen Perspektive zu betrachten. Jeff ist der lockere, aufgeschlossene Mensch, der dem Leben und den damit verbundenen Komplikationen, mit einer gesunden Portion Humor begegnet.
Wie bist Du auf Annie, eine sehr wichtige Protagonistin aus „Heisskaltes Verlangen“ aufmerksam geworden? Sie ist wirklich herzerwärmend!
Hach ja, Annie. Verrückt, skurril, schrullig und dennoch so … echt und liebenswert.
Annie ist eine Figur, die sich sehr dreist eingeschlichen hat und die sich nicht mehr vertreiben ließ. Und das war gut so. Ich bin total vernarrt in diese Frau und finde, die Welt bräuchte mehr Annies. *lach*
Wie wichtig ist Dir der Humor in Deinen Geschichten, ich denke da speziell an eine Szene aus „Heißkaltes Verlangen“, in der Cass über Jeff folgendes denkt: „Ungläubig sah sie ihm nach, wobei sie nicht umhinkam, seinen knackigen Hintern zu begutachten. In ihrer Situation wäre es ratsam, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Schlimm, wenn genau das in einer engen Jeans steckte und verdammt anziehend wirkte.“
Humor in meinen Büchern ist mir sehr wichtig – egal ob er sarkastisch, scherzhaft, situationsbedingt oder selbstironisch daher kommt. Humor lockert eine Geschichte auf, bringt frischen Wind hinein und man kann damit auch eine eher trockene Szene unterhaltsam gestalten.
Du legst Annie – für mich persönlich – einen zum Nachdenken anregenden Spruch in den Mund: „Das Schicksal hat erlaubt, die Zukunft zu ändern!“ Ein sehr tiefsinniger Satz über den man philosophieren kann. Wie stehst Du zu dieser Äußerung?
Ich glaube an das Schicksal, bin allerdings davon überzeugt, dass man sich in selbiges nicht fügen muss.
Wie manifestieren sich Deine Charaktere in Deinem Autorin-Bewusstsein? Erscheinen sie im Traum, oder kochen sie Dir – so wie Annie in „Heißkaltes Verlangen“ Ian – einen Tee, auf den sie Dich dann einladen? *lol*
Nein, sie kochen mir keinen Tee und erscheinen mir auch nicht in Träumen. Die sind ganz einfach da und ich versuche, mich in ihre Gedankenwelt einzufühlen. Nach einer Weile, meist im zweiten, dritten Kapitel, werden meine Figuren zum Selbstläufer und ich bin nur mehr die Tippse. 🙂
In Deiner TEAM ZERO-Reihe vereinigst Du Spannung, Romantik, Paranormales und Erotisches. Wie schaffst Du es, diese Elemente unter einen attraktiven Hut zu bringen. Leichter gefragt: Was meldet sich zuerst an? Klopft Dir die Thrill-Muse auf die Schulter und verlangt Gehör, haucht Dir die Erotik-Muse sanft ins Ohr, erscheint Dir die Para-Muse und bannt Dich oder entzündet die Romance-Muse eine Kerze für Dich?
Zu Beginn sind da die beiden Protagonisten, ihre Fähigkeiten, Stärken, Schwächen und innere Konflikte, dann klopft bei mir, wie du so schön formuliert hast, die Thrill-Muse an und es entsteht ein Grundgerüst für den Plot bzw. den Handlungsrahmen. Sobald sich der Antagonist, also der Gegenspieler, kurz zu Wort gemeldet und mir seine Beweggründe mitgeteilt hat, beginne ich zu schreiben. Erotik- und Romantikszenen ergeben sich dann während des Schreibprozesses.
In Deinem aktuellen Buch „Heisskaltes Verlangen“ gelingt es Dir wieder, den Leser unter Strom zu setzten und Kribbeln im Bauch zu erzeugen. Wie ist dies bei Dir, wenn Du den Roman auf Papier bringst? Was beschert Dir beim Schreiben ein Kribbeln im Bauch?
Ein gutes Gefühl beim Schreiben habe ich, wenn ich glaube, eine Szene, einen Passage oder einen Dialog besonders toll hinbekommen zu haben.
Ist Schreiben für Dich eine Angelegenheit, die ratz-fatz geht, oder musst auch Du Dir manchmal die Haare raufen und zum Himmel hoch schreien aus lauter Frust, weil Dir eine Textpassage nicht gelingen will?
Mein persönlicher Knackpunkt beim Schreiben eines Buches ist immer der Einstieg, also das erste Kapitel. Ich will den Leser von der ersten Seite, vom ersten Satz an in die Geschichte hineinziehen. Da kann es schon passieren, dass ich fünf, sechs, zehn Mal neu anfange – wobei sich nichts an der Grundstory ändert – bis ich zufrieden bin. Und ja, dabei raufe ich mir schon mal die Haare. *g*
Deine Bücher werden vom SiebenVerlag dem Genre „Paranormal Romantic Suspense“ zugeordnet. Kannst Du Dir vorstellen, Romane zu schreiben, die der Verlag dann unter dem Genre „Erotik“ herausbringt? Frage nur, da die Sexszenen in Deinen Büchern nicht ohne sind *schwitz*!
Das ist durchaus möglich. Es kommt immer darauf an wie hoch der Erotik-Anteil ist. Ich habe viele Ideen, und sollte sich darunter ein Roman mit höherem Erotikfaktor befinden, so dass es eindeutig in die Kategorie Erotik passen könnte, dann scheue ich mich nicht mit meinem Verlag darüber zu sprechen.
Gibt es unter Autoren bzw. Autorinnen so etwas wie einen Austausch? Trifft man sich und sagt z.B.: „Hey Eva, den Kerl hätte ich jetzt nicht sterben lassen?“ *gg*
Klar gibt es einen Austausch unter Kolleginnen. Der findet jedoch meist über das Internet statt, da ich hier im schönen Österreich hocke und die coolen Austausch-Partys in Deutschlad veranstaltet werden. 🙂
War Dir von Anfang an klar, dass Du Autorin werden wolltest, oder hat er sich erst langsam entwickelt?
Ich habe schon als Kind gerne Geschichten erfunden und aufgeschrieben, aber nicht mit dem Hintergedanken Autorin werden zu wollen. Somit war das dann wohl eine Folge meiner persönlichen Entwicklung.
Du selbst führst Interviews mit anderen Autorinnen. Was macht für Dich ein gutes Interview aus?
Wenn die Fragen und Antworten spritzig sind und den interessierten Leser unterhalten.
Was ist für Dich ein „perfekter Tag“ was ein „missratener Tag“?
Perfekt ist ein Tag dann, wenn ich am Abend sagen kann: „Heute habe ich alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe.“
An einem missratenen Tag habe ich entweder Migräne oder es will mir nichts gelingen, egal was ich anpacken möchte. Dann gebe ich den Versuch, doch noch alles hinzubekommen, auf, nehme ein Buch und kann am Abend wieder sagen: „Wenigstens wars ein gemütlicher Tag.“
Liebe Eva Isabella Leitold, die Ka möchte sich ganz herzlich bei Dir für dieses Interview bedanken! Ich wünsche Dir für die Zukunft ein Schicksal, das Dir erlaubt, erfolgreich und erfolgreiche Bücher zu schreiben. UND ganz wichtig! Eine Annie, die für alle Lebenslagen den richtigen Tee kochen kann ^_^! In diesem Sinne …
Ich danke auch! Und falls ich mal eine Annie für dich übrig habe, melde ich mich. 🙂
Wenn Du eine übrig hast? Na, dann immer her mit Annie, sie wird sich in meiner Kräuterhexenküche überaus wohl fühlen *gacker*