Rezensionen Zeitgenössisches

Anna Rush — The Heart of Kane Reid, Was ich nie gesucht habe

  • 26. Februar 2026

„Kane Reid ist arrogant, schwierig, egozentrisch und genau das macht ihn so spannend.
Elin hält dagegen, stolpert, kämpft und bringt die perfekte Dynamik ins Spiel.
Anna Rush legt Schicht für Schicht seine verletzliche Seite frei,
sodass man trotz aller Ecken und Kanten nicht anders kann, als ihn langsam zu mögen.
Intensiv, witzig und verdammt fesselnd.“

 

The Heart of Kane Reid — Was ich nie gesucht habe
Anna Rush

Originaltitel:
Herausgeber:
Independently published
Verkauft durch
: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B0B97HR383
Erscheinungsdatum: 19. August 2022
Genre: Zeitgenössisch

Teil einer Serie: Fallen Boss Tales
1) The Heart of Kane Reid
2) The Heart of Pascal Adams
3) The Heart of Nate Paxton
4 & 5)  Between-to-hearts Dilogie

Klappentext

Mit meinem Boss zu schlafen? Ein No-Go.
Mich in ihn zu verlieben? Töricht.
Mit meinem Boss zu schlafen UND mich in ihn zu verlieben? Fluchtkofferpackzeitpunkt.
Ich bin nicht „so eine“. Ehrlich nicht.
Aber von vorn.
Verschuldet, aber hoch motiviert, suche ich dringend einen neuen Job als Assistentin.
Gegen alle Ratschläge nehme ich die Stelle bei Kane Reid an und stelle fest, dass mein neuer Boss tatsächlich eine echte Herausforderung ist. Am ersten Tag unterstellt er mir, ich würde ihn bespannen. (Geheimtipp: Lohnt sich!)
Am zweiten bekommen wir uns richtig in die Haare und ich benutze eine Auswahl an Worten, die meine Brille hinterher vor Scham beschlagen lassen. Ab dem dritten sind wir warmgelaufen. Ich bringe ihm Kaffee, den er nie trinkt, begleite Frauen vor die Tür, die ihm lästig geworden sind, und tue so, als wäre jedes ironisch klingende Lob für mich ernst gemeint.
Dann entdecke ich Seiten an ihm, die ich besser nicht entdeckt hätte, und in einem wirklich, wirklich schwachen Moment verlieren wir den Kampf gegen die Anziehungskraft und richten damit ein gewaltiges Chaos an.

(Quelle Klappentext und Cover: Anna Rush)

The Heart of Kane Reid — Was ich nie gesucht habe Anna Rush Buch Cover Fallen Boss Tales

 Kas Bewertung

Anna Rush — The Heart of Kane Reid, Was ich nie gesucht habe

Ich habe mir „The Heart of Kane Reid — Was ich nie gesucht habe“ von Anna Rush über Prime Reading ausgeliehen – und holla, ich wurde nicht enttäuscht.

Kane Reid ist keiner von diesen sofort-liebenswerten Buchmännern. Ganz im Gegenteil. Auf den ersten Seiten war ich innerlich im Abwehrmodus. Dieser Mann tritt auf wie die personifizierte Selbstüberschätzung: überheblich, scharfzüngig, mit einer emotionalen Sensibilität irgendwo zwischen Presslufthammer und Betonwand. Wie kann er nur? Ich saß da, Arme mental verschränkt, und dachte: „Ganz sicher nicht. Dich werde ich nicht mögen.“ Satz mit X, war wohl nichts.

Was Anna Rush hier unfassbar gut macht, ist, dass sie ihn nicht hübsch poliert und keine platte Rechtfertigung liefert. Stattdessen beginnt sie, ihn Schicht für Schicht freizulegen. Erst sind es nur winzige Irritationen im Bild, ein Blick, ein Moment, ein Satz, der hängen bleibt. Dann werden aus kleinen Rissen langsam sichtbare Brüche. Und ehe man sich versieht, wechselt das innere „Nop“ zu einem zögerlichen „Wär möglich“ und irgendwann zu einem widerwilligen „Ja, okay! Du hast mich.“

Und nein, er bleibt schwierig. Er sagt weiterhin Dinge, für die man ihm am liebsten die Kaffeetasse um die Ohren hauen würde. Er ist nicht plötzlich ein zahmer Held. Aber genau darin liegt die Stärke. Das wachsende Verständnis fühlt sich nicht konstruiert an. Es entwickelt sich leise, glaubwürdig. Und das ist richtig stark geschrieben.

Ich liebe Geschichten, in denen Figuren nicht geschniegelt und gebügelt daherkommen. Ich mag Ecken, Kanten, Charaktere, die anecken dürfen, die nerven, die Fehler machen, und bei denen man trotzdem bleibt, weil man wissen will, was unter der Oberfläche liegt.

Elin bildet dazu den perfekten Gegenpol. Sie ist keine naive Angestellte, die sich von seinem Ego einschüchtern lässt. Sie hält dagegen, setzt Grenzen, stolpert, fängt sich wieder. Ihre Dynamik ist kein sanftes Dahinplätschern, sondern ein echtes Kräftemessen, mal scharf, mal witzig, mal überraschend verletzlich.

Ja, es knistert. Ja, es wird intensiv, verdammt intensiv sogar. Aber neben all der Anziehung geht es auch um Kontrolle, Verletzlichkeit, Selbstschutz und darum, was passiert, wenn zwei Menschen ihre sorgfältig errichteten Mauern nicht mehr ganz halten können.

Und während sich dieses emotionale Chaos entfaltet, streut Rush die Figuren der kommenden Teile ein. Unaufdringlich, organisch und so geschickt verwoben, dass man neugierig wird. Ohne sich aus der Geschichte gerissen zu fühlen, lässt sie ihre Protagonisten an Tisch 11 Platz nehmen. Das macht definitiv Lust auf mehr und fühlt sich einfach stimmig an.

Kurz gefasst: Dieser erste Teil der „Fallen Boss Tales“-Reihe ist eine Geschichte über zwei starke Persönlichkeiten, die sich reiben, herausfordern und langsam hinter die Fassaden blicken lassen. Und Kane Reid? Ich wollte ihn nicht mögen. Jetzt sitze ich hier und denke: Chapeau, Anna Rush.

 

 

Cookie Consent mit Real Cookie Banner