Paranormales Rezensionen

Alexa Lor — Liebe unerschöpflich

  • 13. Juli 2016

Liebe unerschöpflich
Alexa Lor

Verlag: Main Verlag
ASIN: B01HSEBPV8
Erscheinungsdatum: Juli 2016
Genre: Paranormal

Teil einer Serie: Jäger der Dessla

Klappentext

Die Dessla gehen mit Riesenschritten auf den Krieg mit den Lykomorphen zu, doch für einen der Jäger wird das nicht der einzige Kampf sein, den es auszustehen gilt. Temm, das Urgestein der Jäger, steht nicht nur vor der schwierigen Aufgabe, nach Gors Ausfall die Vorbereitung der vereinten Dessla-Streitkräfte zu überwachen. Gleichzeitig muss er auch noch gegen die Dämonen seiner Vergangenheit antreten. Wird Temm seine tief verborgenen Gefühle zulassen, oder an ihnen zerbrechen

Quelle: Main Verlag

Liebe unerschöpflich (Jäger der Dessla 4)

Kas Bewertung

Bewertung 04 5

„Liebe unerschöpflich“, der vierte Teil der Jäger der Dessla-Reihe von Alexa Lor, erzählt Temms Geschichte. Eine Geschichte, die bei mir sehr gefühlvoll angekommen ist, die mich ob ihrer Intensität zu Tränen gerührt hat. Was habe ich mit diesem Mann gelitten! Bereits in den vorherigen Teilen der Serie hatte sich heraus kristallisiert, dass Temm in seiner Vergangenheit etwas Schreckliches widerfahren sein musste. Dank Manus, dem Angerol, der unter Gors Jäger-Truppe lebt wissen wir, dass Temms Aura einem dunklen Schlund gleicht. Zudem spricht sein stoisches, sein introvertiertes Verhalten ebenfalls dafür.

Was Temm tatsächlich vor ein paar Tausend Jahren aus der Bahn geworfen hat, damit hätte ich als Leser, nicht gerechnet. Jedenfalls nicht so! Allerdings tritt plötzlich eine Frau in Temms Leben, mit der er in keinster Weise gerechnet hat. Schließlich ist Levania die Frau des angeräolischen, von Machtgier zerfressenen Königs Ezekial! Temm hat mit Levania noch eine Rechnung offen, was sich in einem sehr frostig-wütenden Willkommen ausrückt, als sie vor der Tür der Jäger steht und um Einlass bittet! Doch Levania hat Ezekial nicht ohne Grund verlassen; Sie möchte die Jäger, im Speziellen Gor, vor etwas warnen, das ihr Mann vorhat. Doch dazu ist es schon zu spät!

„Liebe unerschöpflich“ ist eine bewegende Geschichte, die mich – vor allem in Anbetracht Temms – sehr aufgewühlt hat! Er ist ein Charakter, den ich von Anfang an mochte. Helden müssen nicht immer und überall Frohsinn verbreiten, manchmal sind es die Stillen, die Grummeligen, die anstatt Worten, Taten folgen lassen und dadurch auf ganzer Linie überzeugen. Und Temm ist so ein Mann, einfach jemand, auf den man sich verlassen kann. Als Levania auftaucht, wähnt man sich als Leser erst in einer Art, wie soll ich sagen; fragender Warteschleife! Alexa Lor hat das sehr geschickt angestellt. Ich wage zu behaupten, dass ich in „Erahnen“ des Geschehens innerhalb einer Geschichte, ziemlich gut bin. Doch die Autorin hat mich in „Liebe unerschöpflich“ wieder sehr überrascht. Sie lockte mich auf eine Fährte, die letztendlich, als ich ihr gedanklich weiter folgte, eine gänzlich andere, als von mir vermutete Richtung annahm. Sowas gefällt mir!

Der Charakter von Levania ist total sympathisch. Sie ist – obwohl sie eine immens lange Zeit unter Ezekials Knute verbracht hat – eine Frau, die ihre Hoffnungen und ihre Wünsche noch nicht begraben hat. Es ist schön zu lesen, wie sie im Laufe der Geschichte für sich und letztendlich für andere, einsteht. Was Ezekial ihr dann allerdings antut, das ist so schrecklich, dass ich mal wieder geneigt war ins Buch zu springen um ihn daran zu hindern! Ging aber leider nicht 😉 Mit Temm dagegen passiert etwas – Dank Dessmond, dem Gott der Dessla – das in ihm ein Umdenken, eine Wandlung hervorruft. Hier hätte ich mir gewünscht, dass dieses Umdenken und Wandeln etwas langsamer von statten gegangen wäre. Da Temm doch über dreitausend Jahre in seinem Verhaltensmuster fest gesteckt war. Der Übergang war meines Erachtens ein wenig zu schnell vollzogen.

Parallel muss sich Gor mit zwei Dingen auseinander setzten. Eines davon, zwingt den Heeresführer der Dessla so stark in die Knie, dass Temm an seiner Statt einspringt. Zum anderen stehen die Zeichen eindeutig auf Krieg mit den Lykomorphen. Was sich letztendlich daraus entwickelt, fand ich als Leser eine sehr glückliche Wendung – für alle Beteiligten! Okay, wahrscheinlich nicht für fast alle Beteiligten. Denn dass da noch etwas gehörig im Busch ist, darauf lässt der Schluss von „Liebe unerschöpflich“ schießen, denn ist gibt da noch was zu klären. Trotz des kleinen Kritikpunktes, war „Liebe unerschöpflich“ wieder ein feiner Lesegenuss aus der Geschichtenschmiede der Autorin! 4,5 Punkte.

Kurz gefasst: “Liebe unerschöpflich“ ist eine gefühlvolle, aufwühlende Geschichte mit einen sympathischen Heldenpaar! Gerne mehr.