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A Thousand Boy Kisses

  • 17. Oktober 2017

Geneigte Leserinnen und Leser,

ich bin sowas von geflashed, dass ich es nicht in Worte Fassen kann. Manche Bücher müssen einen allem Anschein nach finden!

So war es mit „A Thousand Boy Kisses“ von Tillie Cole, die ich bis dato nur von ihrer Scarred Souls-Reihe kennen und schätzen gelernt hatte. Ich war gar nicht darauf aus, das Buch sofort zu lesen, wirklich nicht! Denn eigentlich wollte ich in eine spannende, aufregende fantastische Welt eintauchen und nicht in einen zeitgenössischen New Adult …

Doch, als ich mir das Buch gekauft hatte – wohlgemerkt nur den deutschen Klappentext kennend, was an sich schon untypisch für mich ist – musste ich reinlesen. Im Grunde mache ich das sehr oft, weil mich schlicht die Neugierde dazu antreibt. Nur konnte ich das Buch einmal aufgeschlagen, nicht mehr aus der Hand legen! Es hat mich regelrecht gerufen und ich konnte dem Ruf nicht widerstehen.

A Thousand Boy Kisses

Ein Kuss hält nur für einen kurzen Moment. 1000 Küsse halten für die Ewigkeit.

Als Rune Kristiansen nach zwei Jahren in Norwegen in das verschlafene Blossom Grove, Georgia, zurückkehrt, hat er nur eins im Sinn: Herausfinden was mit Poppy passiert ist. Herausfinden, warum das Mädchen, das ein Teil seiner Seele ist und das ihm einst versprochen hat, bis in alle Ewigkeiten auf ihn zu warten, ihn ohne ein Wort der Erklärung aus ihrem Leben verbannt hat. Zwei Jahre lang hat Poppys Stille Rune jeden Tag aufs Neue das Herz gebrochen, doch als er ihr nach all der Zeit das erste Mal wieder gegenüber steht, weiß er augenblicklich, dass ihnen der schlimmste Herzschmerz erst noch bevorsteht. (Quelle Klappentext: LYX.digital)Was ich dann jedoch mitgemacht habe, war eine emotionale Achterbahnfahrt. „A Thousand Boy Kisses“ war dermaßen traurig, bewegend, tiefgreifend, bittersüß, eine Geschichte von solch starker Liebe. Eine Liebe, die selbst den Tod übersteht. Eine Geschichte von zwei Hälften einer Seele, die wieder zusammen finden und eins werden. Eine Geschichte, die den Moment lebt und trotz ihrer Tragik, des dargestellten Verlustes, das Leben und den jeden gelebten Augenblick bejaht.

Alleine, wenn ich nun hier sitze, und über dieses Buch schreibe, springen mir die Tränen in die Augen. Himmel, ich musste beim Lesen immer wieder dermaßen weinen, dass meine Tränen über die Wimper gepurzelt sind um im Glas meiner Brille aufgefangen zu werden. Passagen von solcher Intensität … wahnsinn.

Ja, es ist „nur“ eine Geschichte, aber eine, die hängen bleibt. Eine, die mich gepackt, verschlungen, zerknittert, geglättet, traurig und glücklich zugleich wieder ausgespuckt hat. Eine, die zum Nachdenken anregt. Mit einem ungewöhnlichen Happy End ( Mir will dieser Begriff im zusammenhang mit „A Thousand Boy Kisses“ nicht so recht über die Lippen kommen. ), von dem ich mir wünschte, es wäre für die Protagonisten anders gekommen. Andererseits glaube ich, alles andere – obwohl Fiktion – wäre nicht glaubhaft gewesen …

Sicher ist es auch der Übersetzerin Silvia Gleißner zu verdanken, das die Gefühle und alles, was damit zusammen hängt, so gewaltig und unvergesslich beim Leser angekommen sind. Die Emotionen gingen bei der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche NICHT verloren! Total tolle Sache! Unbedingt lesen, auch wenn es verdammt harter, an die Nieren gehender Tobak ist!

Ka