„1678 Tage lesen und irgendwann wird aus einer kleinen Challenge offenbar ein ziemlich fester Bestandteil des Lebens.
Warum ich dabei gemerkt habe, dass ich lesesüchtig bin, mein SUB bedenkliche Pisa-Tendenzen hat und Genres bei mir selten Einzelbesuche bleiben?
Das erzähle ich euch im neuen Beitrag.“
Geneigte Lesende,
1678 Tage.
So lange lese ich nun schon jeden einzelnen Tag. Kein „heute nicht“, kein „morgen wieder“, kein „ach, wird schon keiner merken“. Sondern tatsächlich: jeden Tag ein Buch in der Hand, jeden Tag ein paar Seiten, jeden Tag irgendeine Form von Lesen.

Und ja, ich finde diese Zahl durchaus beachtlich.
Nicht, weil sie besonders hübsch wäre. Ist sie nämlich nicht. 1678 hat längst nicht den Charme einer sexy Primzahl. Die Zahl kommt eher daher wie jemand, der funktionale Schuhe trägt und nicht vorhat, irgendwen mit High Heels zu beeindrucken. *hüstelt* Obwohl, dass nach der 1 eine 6-7-8 folgt, würde schon für einen kleinen Absatz am Schuh reichen. LOL
Am Anfang zählt man die Tage, weil das Ganze noch nach Projekt, nach Challenge klingt. Nach Vorhaben. Nach „Mal sehen, wie lange ich das durchziehe“. Dann zählt man weiter, weil man selbst ein bisschen staunt, dass man wirklich nicht aufgehört hat. Und irgendwann merkt man: Es geht längst nicht mehr darum, irgendetwas durchzuziehen und das Nachgucken in der App, wie viele Tage man bereits geschafft hat, wird weniger.
Es ist einfach ein wunderschöner Bestandteil meines Alltags geworden.
Ich lese inzwischen nicht mehr täglich, weil ich besonders diszipliniert wäre. Das wäre auch eine ziemlich schmeichelhafte Version der Geschichte. Nein, ich lese täglich, weil es inzwischen ganz selbstverständlich zu meinem Leben gehört. So wie Kaffee. So wie zu viele Bücher kaufen. *mit den wimpern klimpert* So wie die vage Überzeugung, dass sich für jedes Problem irgendwo noch das passende Buch finden lässt.
Ich denke nicht jeden Tag feierlich: So! Nun werde ich wieder meiner edlen Lesepflicht nachkommen! Ich lese halt. Mal viel, mal wenig, mal begeistert, mal müde, mal mit einem Volltreffer, mal mit einem Buch, bei dem ich nach 40 Seiten denke: Wir beide werden heute keine Freunde mehr. Und dieser Normalzustand hat mir im Lauf der Zeit wieder klar vor Augen geführt, dass ich wohl ziemlich treffend als lesesüchtig bezeichnet werden kann. Klingt vielleicht ein wenig dramatisch, ist aber vermutlich einfach wahr. *hehehe*
So richtig deutlich wurde mir das in der Fastenzeit. Damals hatte ich mit meinem Bücherdrachen Hektor ausgemacht, eine Weile keine neuen Bücher zu kaufen. Eine interessante Erfahrung, kann ich euch sagen. *verschluckt sich fast am wort interessant* Vor allem darüber, wie oft mein Gehirn trotzdem dachte: Man könnte ja wenigstens mal schauen. Ganz unverbindlich natürlich. Rein informativ. Völlig harmlos. War es selbstverständlich nicht.
Gut, dass ich mit Hektor nicht auch noch vereinbart habe, das Lesen selbst zu „fasten“. Ich bin ziemlich sicher, das wäre in einer mittleren Katastrophe geendet. Da wäre ich total ausgeflippt, es hat schon gereicht, keine neuen Bücher kaufen zu DÜRFEN! Wie dem auch sei, 1678 Tage tägliches Lesen sprechen da schließlich eine recht deutliche Sprache. Wobei fairerweise auch mein SUB nicht ganz unbeteiligt ist, der in seiner Form inzwischen irgendwo zwischen stattlich und Schiefer Turm von Pisa rangiert.

Unser bibliothekarischer Normalzustand:
Hektor grinst, SUBsi-Lou sitzt auf einem Stapel Beweisstücke, und ich tue weiterhin so, als hätte ich alles im Griff.
Und noch etwas habe ich über mein Lesen festgestellt: Ich tauche selten nur kurz irgendwo ein. Wenn mich ein Genre einmal erwischt, dann bleibt es meistens nicht bei einem Buch. Lese ich einen Historical, etwa von —> Julie Garwood, dann will ich oft gleich noch einen. Und noch einen. Lese ich eine Mafia Romance, zum Beispiel von —> Neva Altaj, sieht es meist ganz ähnlich aus. Dann möchte mein Gehirn bitte erst einmal in genau dieser Welt bleiben und denkt gar nicht daran, sich nach einem einzelnen Buch wieder gesittet zu verabschieden. Aber natürlich gibt es Ausnahmen.
1678 Tage lesen heißt für mich inzwischen also nicht mehr: Schau an, was für eine beeindruckende Serie.
Es heißt eher: Tja. Offenbar bin ich einfach jemand, der jeden Tag liest.
Gibt Schlimmeres, ne?!
In diesem Sinne
Ka

Bildquellen: Screenshot der Lese-App: Ka. Illustration „Bibliothekarischer Normalzustand“: erstellt von Ka mit Hilfe einer KI.