Blog Kas Tatsachenbericht

Die Sache mit der Vorhersehbarkeit

  • 5. August 2019

Geneigte Leserinnen und Leser,

unlängst bin ich auf eine Rezension gestoßen in der stand, dass der Roman gut angefangen hatte, er dann allerdings vorhersehbar wurde …

Und schon machte es doing-doing-doing in meinem Kopf. Ein Buch, das vorhersehbar ist? Daraufhin schoß sofort die nächste Frage aus mir raus: Gibt es ein Buch, in dem alles unvorhersehbar ist? Denn alleine die Tatsache, dass die Bücher, von denen ich spreche, in der Regel ein Happy End haben, sich die Protagonisten nach langem Hin- und Her einig werden, es dramatische Züge annehmen kann, man als Leser geneigt sein muss temporär den Kopf zwischen rosa Wolken zu stecken, sind … RICHTIG! … vorhersehbar! Und der Rest? Der ist variabel. 😉

Zudem kommt erschwerend hinzu:
Wenn man wie ich nicht zwei oder drei Bücher im Monat, sondern mindestens, wenn nicht mehr *hüstelt*, in der Woche liest, kommt es zwangsläufig dazu, dass ich in gewissen Situationen weiß, was passieren wird ( …wenn nicht, ist die daraus resultierende Lesewonne noch größer! )! Was absolut logisch ist, schließlich lese ich seit Jahrzehnten. Heilige Scheiße! Ich werde … ALT!!!! :3

Wenn ich also in einer Rezension über Vorhersehbarkeit lese, gehe ich in mich und ziehe folgendes Resume: Es gibt sehr wohl Bücher, die überraschen mich total! Das kommt immer und immer wieder vor und ich genieße dies in vollen Zügen. Vielleicht überraschen sie mich nicht mit dem zehntausendsten Highlander, dem tausendsten Vampir, dem hundertsten Rocker, dem dutzendsten BadBoy. Aber sie überraschen mich, weil sie sind, wie sie sind. Nämlich:

Mit einer krassen Wendung.

Mit einem besonders gelungenen Charakter.
Mit Helden, bei denn meine Knie weich werden.
Mit einem genial-miesen Antagonist.
Mit schönen Sätzen.
Mit herzerweichenden Szenen.
Mit knisternder Erotik.
Mit Winkelzügen die mein Herz höher schlagen lassen.

Auch das macht meiner Meinung nach die Unvorhersehbarkeit eines Buches aus. Darum lese ich gerne vom zehntausendsten Highlander, dem tausendsten Vampir, dem hundertsten Rocker, dem dutzendsten BadBoy. Immer und immer wieder! Klar, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es keine Bücher gibt, die mich langweilen. Doch, die gibt es! Aber das liegt dann nicht so sehr an ihrer „Vorhersehbarkeit“. Oder daran, dass es “schon wieder” ein Para, ein Historical, ein Military, ein Underground oder was auch immer ist! Dem kann ich ja ausweichen, in dem ich in einem anderen Genre Bücher jagen gehe! Wobei ich, was das betrifft, sowieso ziemlich “bunt” lese 😀

Langeweile liegt vielmehr an faden, nichtssagenden Charakteren. An gewienerten, gewachsten und zurecht gestutzten Helden, die vieles haben, nur keinen Tiefgang. An naiv-nervenden Heldinnen. Ich gebe zu, bei dieser Art Heldin neige ich eher zu Frustpickel denn zur Langeweile. Naive Heldinnen machen mich nämlich RASEND! :3 Okay, okay, okay … manchmal auch an der ein- oder anderen Vorhersehbarkeit *lacht schallend* Aber das kommt nicht so häufig vor. 😀

Dagegen gibt es Bücher, die so verdammt spannend geschrieben sind, dass ich anfange an den Nägeln zu kauen! Würde ich das Buch trotzdem als „langweilig“ bezeichnen, obwohl ich – Dank meiner Phantasie und Leseerfahrung – manchmal ahne, was passieren wird? Niemals! Irgendwie wartet hinter guten Büchern immer eine Überraschung! Eine Überraschung und das trotz des zehntausendsten Highlanders, des tausendsten Vampirs, des hundertsten Rockers, des dutzendsten BadBoys, zu denen ich — durch die Bank weg und trotz vorkommender Vorhersehbarkeit — immer wieder greifen würde. Ich “entliebe” mich nicht so schnell, was das betrifft … 😉

In diesem Sinne …

Ka