Blog Kas Tatsachenbericht

Vorhersehbarkeit?

  • 16. Mai 2018

Vorhersehbarkeit, Geneigte Leserinnen und Leser?

Wie komme ich nur wieder auf diese Frage? Ganz einfach: Dank einer Rezension! Die etwa so gelautet hat: Eigentlich hat der Roman nicht schlecht angefangen, aber es war so vorhersehbar und nicht packend. Einfach nur langweilig …

Und schon machte es pling-pling-pling in meinem Kopf. Also ein Buch, das vorhersehbar ist. Daraufhin schoss unwillkürlich die nächste Frage aus mir heraus: Gibt es ein Buch, in dem es nur Unvorhersehbares gibt? Kann nicht sein, vor allem dann nicht, wenn ich die Tatsache zu Grunde lege, dass die Bücher, von denen ich spreche, in der Regel ein Happy End haben, sich Held und Heldin irgendwann “einigen”. Es dramatische Züge annehmen kann und ich als Leser geneigt sein muss, temporär den Kopf zwischen rosa Wolken zu stecken ist … RICHTIG! … vorhersehbar! Okay, okay, manchmal sind besagte Wolken auch stattschwarz und sowas von düster, richtiggehend donnergrummelig, dass mir beim Lesen hören und sehen vergeht.

Zudem kommt erschwerend hinzu:
Wenn man wie ich, nicht ein oder zwei Bücher im Monat, sondern mindestens, wenn nicht mehr *hüstelt*, in der Woche liest. Da kommt es zwangsläufig vor, dass ich in gewissen Situationen weiß was passieren wird ( …wenn nicht, ist die daraus resultierende Lesewonne noch viel viel viel größer! )! Was absolut logisch ist, schließlich lese ich seit Jahrzehnten .

Ein gutes Buch verleitet mich dazu, meine Phantasie fliegen
zu lassen …

Wenn ich eine Rezension wie die obige lese, gehe ich in mich und ziehe folgendes Resume: Es gibt sehr wohl Bücher, die überraschen mich total! Das kommt immer und immer wieder vor und ich genieße dies in vollen Zügen. Vielleicht überraschen sie mich nicht mit dem zehntausendsten Highlander, dem tausendsten Vampir, dem hundertsten Rocker, dem dutzendsten BadBoy. Aber sie überraschen mich, weil sie sind, wie sie sind. Denn sie warten auf:

Mit einer krassen Wendung.
Mit einem besonders gelungenen Charakter.
Mit Helden, bei denn meine Knie weich werden.
Mit einem genial-miesen Antagonist.
Mit schönen Sätzen.
Mit herzerweichenden Szenen.
Mit knisternder Erotik.
Mit Winkelzügen die mein Herz höher schlagen lassen.

Klar, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es keine Bücher gibt, die mich langweilen. Doch, die gibt es! Aber das liegt dann nicht so sehr an ihrer „Vorhersehbarkeit“, aus den obig genannten Gründen. Oder daran, dass es “schon wieder” ein Para, ein Historical, ein Military, ein Underground oder was auch immer ist! Dem kann ich ja ausweichen, in dem ich in einem anderen Genre Bücher jagen gehe!

Es gibt Bücher, die so verdammt spannend geschrieben sind, dass ich anfange an den Nägeln zu kauen! Würde ich das Buch trotzdem als „langweilig“ bezeichnen, obwohl ich – Dank meiner Phantasie und Leseerfahrung – manchmal ahne, was passieren wird? Niemals! Irgendwie wartet hinter guten Büchern immer eine Überraschung! Eine Überraschung, die anders aussieht, trotz des zehntausendsten Highlanders, des tausendsten Vampirs, des hundertsten Rockers, des dutzendsten BadBoys, zu denen ich — durch die Bank weg — immer wieder greifen würde. Ich “entliebe” mich nicht so schnell, was den “Heldentypus” betrifft … 😉

In diesem Sinne …

Ka

Quelle “fliegendes Buch”: Pixabay.com, gemeinfreies Bild unter der Lizenz CCO – public domain picture