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Trivial oder nicht trivial?

  • 25. Mai 2018

Sollte uns das tangieren, geneigte Leserinnen und Leser?

Gemeinhin bezeichnet man als  trivial ( von lateinischen Wort „trivialis“: „jedermann zugänglich“, „altbekannt“ ) etwas, das nahe liegt, offensichtlich und leicht zu erfassen ist. Vielleicht ein Grund, warum die Belletristik auch als Trivialliteratur bezeichnet wird. Auf der anderen Seite, steht „trivia“ auch für wissenswerte, beziehungsweise für vermischte Informationen. Seid mal ehrlich: Es gibt kaum ein Buch, in dem man nicht etwas Neues, etwas Wissenswertes entdecken kann und wenn es sich dabei darum handelt, wie die Hauptstadt der Republik Tadschikistan heißt, oder um was es sich bei einem “Shower” oder “Grower” handelt, ist das auch in Ordnung. Duschanbe, … ähm, die Hauptstadt von Tadschikistan ist Duschanbe. :3

Mir persönlich gefällt für Trivialliteratur der Begriff „schöne Literatur“ am besten. Doch wie komme ich überhaupt auf „Trivial oder nicht trivial?“ Nun ja, über einen Erotik-Roman, wie kann´s auch anders sein. *hust* Erotik, beziehungsweise das, was man als erotisch empfindet, ist sehr vielschichtig und meiner Meinung nach, genauso dem Betrachter unterworfen, wie Schönheit. Eigentlich logisch, denn was für den einen Blümchensex ist, grenzt beim anderen schon an hart Pornografie! Manch einer empfindet das Kribbeln zwischen Protagonisten schon skandalös, für einen anderen Leser ist das erst der Startschuss für mehr Erotik. Ich selbst mag Erotik in Büchern! Sie muss nicht zwingend darin vorkommen, darf aber gerne darin vorkommen.

Sehr witzig finde ich allerdings, wenn ich auf Rezensionen stoße, in denen kritisiert wird, das zu viel Erotik im Buch vorkommen würde, ich selbst allerdings keine Erotik darin gefunden habe. Mal abgesehen davon, dass einer der Protagonisten vielleicht eine Erektion hatte. Dies ist im Grunde ein Beleg dafür, dass man als Leser unterschiedlich an ein Buch heran geht. Aber sein wir doch mal ehrlich. Normalerweise weiß man als Leser, ob man von einem Autor auch Erotik geliefert bekommt oder nicht. Will ich nicht über sexuelle Aktivitäten unter Protagonisten lesen, dann lasse ich einfach die Finger davon, anstatt mich in Rezensionen darüber zu mokieren.

Diese Gegensätze, dieses unterschiedliche Empfinden reichten aus, um meine Gedanken einen Schritt weiter gehen zu lassen. Wie sieht es aus mit dem geschriebenen, provokant gesagt „trivialen Wort“, also mit der Belletristik, Trivialliteratur oder Schemaliteratur aus?  Trivial. Trivial. Trivial. Hmmm, macht uns das, was wir lesen zu „trivialen“ Menschen? Macht im Gegensatz dazu Hochliteratur, auch bezeichnet als Höhenkammliteratur ( Nicht, dass jetzt das Echo aus der K(l)amm ruft oder so …. *höhöhö* ) aus dem Klientel, welches selbige konsumiert “höhere”, gar bessere Menschen? Nie und nimmer!

Unter den Oberbegriff Höhenkammliteratur fallen auch Klassiker und die Merkmale des definierten Klassikers haben sehr wohl Gemeinsamkeiten mit der Literatur, der wir uns gerne zuwenden geneigte Leserinnen und Leser! Zum Beispiel Innovationspotential, Wiedererkennungswert ( Fragt man die Black Dagger-Fan-Gemeinde, ob sie Zadists Geschichte nicht aus dem FF wieder erkennen würde 😉 ), oder ein überregionaler Bekanntheitsgrad! Wenn J.R.Ward oder Diana Gabaldon keinen überregionalen Bekanntheitsgrad haben, wer dann? Dann ist da noch etwas, was sich „Klassiker“ und „Trivialliteratur“ ebenfalls teilen, nämlich die Themen. Man stelle sich vor, Liebe, Hass, Wut, Familienbande, Abenteuer und so weiter, macht sich auch die Klassik zum Thema.

Pippi Langstrumpf (farbig) Doktor Schiwago Die drei Musketiere Die Morde des Herrn ABC: Ein Fall für Poirot

Ahaaaa! Wenn ich länger darüber nachdenke, fallen demnach auch Bücher wie z.B. Astrid Lindgrens “Pipi Langstrumpf”, „Doktor Schiwago“ von Boris Leonidowitsch Pasternak ( Wusstet Ihr, dass er 1958 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat? ) und die Krimis von Agatha Christie unter diese Kategorie! *Kleinmädchen Stimme aufsetzt, und ihren Zopf zwischen den Fingern dreht*
Darf ich jetzt also in die hohe Kamm fliegen und mir dort ein tuffiges Nestchen bauen? Ich meine, weil ich doch Pipi Langstrumpf, Die drei Musketiere” und „Die Morde des Herrn ABC“ gelesen habe? („Doktor Schiwago“ gab es nur im Fernsehen für mich 😀 )?” *Strafft sich und fährt in normalem Ton fort*
Ich glaube, dort oben im Nestchen, könnte es unter Umständen etwas kühl werden, so alleine. Ich genieße es viel zu sehr, mich in schöner Literatur, der Belletristik zu vergraben, die mir eines gibt, was die Realität nicht immer schafft: ein Happy End. Und wenn mir dabei ein Klassiker wie „Pipi Langstrumpf“ oder Alexandre Dumas’ „Die drei Musketiere“ über den Weg läuft, dann immer her damit.

Im Grund genommen, geht es doch nur um eines: Ein Autor schreibt ein Buch ( Hochliteratur oder Belletristik ). Jetzt kommt der Leser und kauft sich das Buch ( Hochliteratur oder Belletristik ). Dem Leser gefällt was er liest ( Hochliteratur oder Belletristik ). Der Autor hat sein Ziel erreicht und der Leser auch, denn er wurde unterhalten, mit Hochliteratur oder Belletristik, einzig durch das geschriebene Wort. Wie auch immer dies geartet war, ist, sein wird  …

Fazit: Jeder nach seiner Fasson!

Gut, ja, mein Kopf ist nun klar,
mir ist so gänzlich wunderbar!
Die Gedanken, sie rauschen,
habe keine Zeit um zu plauschen,
Den Autoren sag´ ich Danke!
Denn Lesen kennt keine Schranke.

Doch bald werd ich ganz wirr,
In meinem Kopf, da macht es klirr!
Höre lieber auf hier rum zu ulken,

…. sonst denkt Ihr tatsächlich noch, ich hätte nicht mehr alle Bücher im Regal. Okay, okay! Ich gebe es frei weg zu; manchmal kann es schon sein, daß das ein oder andere Buch seinen Platz verläßt – nur um nach kurzer Zeit wieder an Ort und Stelle zurückzukommen. Sind wir nicht alle ein wenig G-Punkt fixiert? Und den findet man bekanntlich nur in der Mitte eines Buches  *roar*

Ka